Mit Valerie Sajdik gasiert am 15. August eine der wohl interessantesten Stimmen des Landes im Wiener Theater am Spittelberg. Mit im Gepäck hat die vielseitige Sängerin das in diesem Jahr erschienene dritte und von allen Seiten hochgelobtes Album „Ich bin Du bist“. Einmal mehr beweist die Wienerin eindrucksvoll, dass Popmusik nicht zwangläufig an der Oberfläche hängen bleiben muss, sondern trotz aller Eingängigkeit und Tanzbarkeit durchaus auch in die Tiefe gehen kann.
Valerie Sajdik stand schon im zarten Alter von nur 14 Jahren bereits regelmäßig auf der Bühne. Mit der erfolgreichen heimischen Girl-Group c-bra konnte sie 1998 einige Charts-Platzierungen erzielen. Richtig bekannt geworden ist die in Wien geborene und in Moskau aufgewachsene Valerie Sajdik aber durch ihre Zusammenarbeit mit dem Wiener Elektronikmusiker Klaus Waldeck. Das gemeinsame Projekt Saint Privat bot luftig-leichte Easy-Listening-Musik, die zwar schön anzuhören, soundtechnisch aber sehr stark im Club-Kontext verhaftet war.
Kein Wunder also, dass die junge Sängerin, die am Wiener Konservatorium Jazzgesang studiert hat, bestrebt war, sich auch in anderen Bereichen zu versuchen. Welch großes Potential tatsächlich in ihr steckte, stellte Valerie Sajdik auf ihrem Solo-Debüt “Picknick” unter Beweis. Sie entdeckte den deutschsprachigen Chanson für sich, dem sie gekonnt einen poppigen Anstrich verpasste, ohne dabei aber in den seichten Gewässern des radiotauglichen Mainstreamsounds hängen zu bleiben. Nicht anders verhält es sich auf ihrem aktuellen Output „Ich bin Du bist“. Zumindest vom Hitpotential her reicht das neue Album problemlos an das beeindruckende Erstlingswerk heran.
Die 2008 mit dem Amadeus Austrian Music Award ausgezeichnete Sängerin geht wie gewohnt mit jeder Menge Witz und Charme an die Sache heran. Ihre Songs versprühen eine unglaubliche Eleganz, die Melodien setzen sich vom ersten Moment in den Gehörgängen fest. Zudem wirkt ihr Spiel mit althergebrachten Klischees einmal mehr ungemein betörend. Überhaupt deckt die Wienerin ein ungemein weites gesangliches Spektrum ab. Mal gibt sie sich als große Gesangsdiva, mal als freche Pop-Göre, mal klingt sie zurückhaltend melancholisch, mal ansteckend lebensfroh.
Das Konzert im Theater im Spittelberg bietet einmal mehr die Gelegenheit, sich von den musikalischen Qualitäten der Wienerin zu überzeugen. Neben all den bekannten Hits werden mit Sicherheit auch die starken Stücke des neuen Albums zur Aufführung kommen. Man darf gespannt sein. (mt)