Unbounded Sounds – eine Fusion aus Tradition und Innovation

Unbounded Sounds ist eine Konzertreihe, die von der Kanun-Virtuosin, Improvisationskünstlerin und Komponistin Sofia Labropoulou ins Leben gerufen wurde. Die Reihe, die 2025 im Sargfabrik Kulturhaus Premiere feiert, lädt das Publikum ein, eine einzigartige Mischung aus Volkstraditionen, zeitgenössischer Innovation und der reichen Musikvielfalt Wiens zu erleben.

Die Auftaktveranstaltung umfasst eine Reihe von fünf einzigartigen Konzerten, in einem zweiteiligen Format. Im ersten Teil arbeitet Sofia Labropoulou mit einer/m international renommierten Künstler:in im Duett zusammen und erkundet musikalische Einflüsse aus Folk-, Jazz-, experimentellen und improvisierten Musiktraditionen. Im zweiten Teil schließt sich ein/e lokale/r Künstler:in an, um ein Trio zu bilden, das Raum für Dialog und unerwartete musikalische Verbindungen schafft.

Die Reihe bietet auch von Künstler:innen geleitete Workshops im mica – music austria Seminarraum, die einen seltenen Einblick in den kreativen Prozess bieten. Diese Treffen sollen Musiker- und Zuhörer:innen inspirieren, indem sie Brücken zwischen Kulturen und Musikgenres auf sinnvolle Weise schlagen. Unbounded Sounds feiert Wien als Treffpunkt für künstlerische Zusammenarbeit. Durch die Zusammenführung von Musiker:innen aus aller Welt und lokalen Talenten bietet die Reihe neue Perspektiven auf musikalische Traditionen und fördert gleichzeitig Innovationen.

Die Veranstaltungsreihe findet im Sargfabrik Kulturhaus (Konzerte) und im mica – music austria Seminarraum (Workshops) statt und soll sowohl langjährige Musikliebhaber:innen als auch neugierige Neulinge inspirieren.

„Unbounded Sounds ist meine Einladung, das grenzenlose Potenzial des Dialogs durch Musik zu erkunden. Durch die Verflechtung von Traditionen, Improvisation und künstlerischem Austausch hoffe ich, einen Raum zu schaffen, in dem unterschiedliche Stimmen widerhallen und das Publikum mit dem Wesen gemeinsamer Kreativität in Kontakt treten kann.“ – Sofia Labropoulou

Entdecken Sie mit uns, wie Musik verbinden und inspirieren kann.

Programm

Ort: Alle Konzerte finden im Sargfabrik Kulturhaus (Goldschlagstraße 169, 1140 Wien) statt.
Zeit: 19:30
Tickets und Barrierefreiheit: Tickets für alle Konzerte der Reihe sind bereits über die offizielle Website der Sargfabrik erhältlich:

1. Konzert (15. März 2025): Sokratis Sinopoulos, Sofia Labropoulou und Sarvin Hazin

Beim Eröffnungskonzert von Unbounded Sounds trifft Sofia Labropoulou den Lyra-Virtuosen Sokratis Sinopoulos, einen international gefeierten Künstler und einer Schlüsselfigur im globalen Jazz und in den musikalischen Traditionen des östlichen Mittelmeerraums. In der zweiten Hälfte des Abends wird die iranisch/wienerische Kamanche-Virtuosin Sarvin Hazin die Weltpremiere dieses Trios vervollkommnen.

2. Konzert (13. Mai 2025): Efrén López, Sofia Labropoulou und Sakina Teyna

Im zweiten Konzert von Unbounded Sounds begrüßt Sofia Labropoulou ihren langjährigen musikalischen Partner, den Multiinstrumentalisten Efrén López, einen visionären Künstler, der für seine Expertise in mittelalterlicher und globaler Musik bekannt ist. In der zweiten Hälfte ergänzt die kraftvolle kurdisch/wienerische Sängerin Sakina Teyna das Duo zur Trio-Premiere.

3. Konzert (9. Oktober 2025): Michel Godard, Sofia Labropoulou und Tahereh Nourani

Beim dritten Konzert von Unbounded Sounds teilt Sofia Labropoulou die Bühne mit dem grandiosen Michel Godard, einem Meister des Serpent und einer bahnbrechenden Figur in der frühen und zeitgenössischen Musik. In der zweiten Hälfte schließt sich ihnen Tahereh Nourani, eine faszinierende iranisch/österreichische Klangkünstlerin, für eine einzigartige Weltpremiere an.

4. Konzert (6. November 2025): Chris Jennings, Sofia Labropoulou und Verena Zeiner

Beim vierten Konzert von Unbounded Sounds arbeitet Sofia Labropoulou zum ersten Mal mit dem gefeierten Bassisten Chris Jennings zusammen, der für seine kreative Meisterschaft im Bereich Jazz und Weltmusik bekannt ist. In der zweiten Hälfte bringt die österreichische Pianistin Verena Zeiner ihr ausgeprägtes Gefühl für Improvisation in diese bemerkenswerte Trio-Premiere ein.

5. Konzert (4. Dezember 2025): Shabnam Parvaresh, Sofia Labropoulou und Matthias Loibner

Das Abschlusskonzert von Unbounded Sounds präsentiert Sofia Labropoulou mit der Bassklarinettistin Shabnam Parvaresh, einer im Iran geborenen Künstlerin, die für ihre nahtlose Verschmelzung von persischer Musik, Jazz und experimentellen Klanglandschaften bekannt ist. In der zweiten Hälfte werden sie von Drehleier-Virtuosen Matthias Loibner, einem weltweit gefeierten Musiker, für eine einzigartige und faszinierende Weltpremiere begleitet.

Workshops

Ort: Alle Workshops finden im mica – music Austria – Seminarraum (Stiftgasse 29, 1070 Wien) statt.
Dauer: 6 Stunden
Zeit: 10:00 – 17:30 (mit Pause)
Teilnahmegebühr: 80 Euro
Sprache: Englisch

Alle Workshops stehen Komponist- und Musiker:innen aller Instrumente offen.

Workshop-Anmeldung: Teilnehmer können sich über diesen Link für die Workshops anmelden: Workshop-Anmeldeformular

Der Workshopraum ist rollstuhlgerecht.

1. Workshop (16. März 2025): Sokratis Sinopoulos | Modal Improvisation

Der Workshop wird in zwei Richtungen entwickelt: modale Improvisation im Volksrepertoire des Balkans und des Nahen Ostens sowie modale Improvisation in Verbindung mit neuen modalen Kompositionen in einem zeitgenössischen Umfeld. In beiden Fällen liegt der Schwerpunkt des Workshops auf rhythmischer Improvisation.

2. Workshop (14. Mai 2025): Efrén López & Sofia Labropoulou | Osmanische Einflüsse auf sephardische Musik

Dieses Seminar befasst sich mit dem tiefgreifenden Einfluss der klassischen osmanischen Musik auf die reiche Tradition der sephardischen Musik. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Übernahme des Makam-Systems – ein bestimmendes Merkmal der osmanischen Musik – und seine Integration in sephardische Melodien. Die Teilnehmer:innen werden untersuchen, wie sephardische und osmanische Musik über Jahrhunderte hinweg in kulturellen Zentren wie Izmir, Istanbul, Edirne und Thessaloniki miteinander verflossen und eine gemeinsame musikalische Sprache erschufen, die auf kulturellem Austausch beruht.
Das Seminar wird Einblicke in die improvisatorischen Elemente dieser Traditionen und ihre tiefen Verbindungen zu den Traditionen der klassischen osmanischen, türkischen und griechischen Volksmusik geben. Diese Erkundung wird durch einen Fokus auf das sephardische Repertoire der Region, mit ausgewählten Stücken, die ihre Übereinstimmung mit der Makam-Theorie hervorheben, bereichert. Die Teilnehmer werden ein tieferes Verständnis dafür gewinnen, wie diese miteinander verbundenen Einflüsse die Musik des Mittelmeerraums weiterhin prägen, und einen reichhaltigen Kontext für die Wertschätzung des bleibenden Erbes der sephardischen und osmanischen Musiktraditionen bieten.

3. Workshop (10. Oktober 2025): Michel Godard | „The Mirror of Time”: Die zeitlose Kunst der Improvisation erkunden

Der Workshop konzentriert sich auf die Wiederherstellung der Verbindungen zwischen alter Musik (Barock oder Renaissance) und Jazzimprovisation heute. Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen einem Musiker-Komponisten aus dem 16. oder 17. Jahrhundert und einer/m Jazzmusiker:in aus dem 21. Jahrhundert, die sich gegenseitig widerspiegeln. Anhand von Originalkompositionen, die von der Vergangenheit inspiriert sind, werden wir eine Möglichkeit entdecken und erforschen, mit Musik zu sein und in völliger Freiheit zu improvisieren.

4. Workshop (7. November 2025): Chris Jennings | Interkontinentale Reisen mit dem Kontrabass

Chris Jennings wird über seine Karriere als Jazzmusiker:in sprechen, die durch eine Vielzahl kultureller Einflüsse bereichert wurde, und seinen Vortrag mit interaktiven Demonstrationen, Hörbeispielen und Diskussionen begleiten. Dieser Meisterkurs ist für alle Instrumente offen und konzentriert sich auf die Erweiterung technischer, rhythmischer und kreativer musikalischer Fähigkeiten.

5. Workshop (4. Dezember 2025): Shabnam Parvaresh & Sofia Labropoulou | Präsenz und Kommunikation in der Improvisation

In diesem interaktiven Seminar laden die Bassklarinettistin Shabnam Parvareshund die Kanun Spielerin Sofia Labropouloudie Teilnehmer:innen ein, in die Kunst der Improvisation einzutauchen. Der Inhalt konzentriert sich auf wesentliche Aspekte der musikalischen Zusammenarbeit, darunter Zuhören, Präsenz, Raum und Kommunikation.
Beide Musikerinnen sind tief im Jazz, in der klassischen, zeitgenössischen und traditionellen Musik verwurzelt – wo Improvisation im Mittelpunkt ihrer Kunst steht – und bringen einen reichen Erfahrungsschatz in das Seminar ein.
Durch angeleitete Übungen und offene Diskussionen lernen die Teilnehmer:innen wirklich zuzuhören, präsent zu bleiben und sinnvolle musikalische Räume zu schaffen, wodurch eine tiefere Verbindung zu anderen durch Improvisation gefördert wird.
Dieses Seminar ist perfekt für Musiker:innen aller Richtungen und bietet eine einzigartige Gelegenheit, Kreativität freizusetzen und die transformative Kraft des gemeinsamen Spiels zu erforschen.

Über Sofia Labropoulou

Bild der Musikerin Sofia Labropoulou ein Kanun spielend
Sofia Labropoulou © Georg Cizek-Graf

Sofia Labropoulou ist eine international gefeierte Kanun-Spielerin, Komponistin und Improvisationskünstlerin, die für ihren zukunftsweisenden Umgang mit dem Instrument bekannt ist. Durch die Verschmelzung von Volksmusik aus dem östlichen Mittelmeerraum, klassischen osmanischen Traditionen, mittelalterlicher, zeitgenössischer und experimenteller westlicher Musik schafft sie einen Klang, der sowohl zutiefst persönlich ist als auch weltweit Anklang findet.

Nach einer klassischen Ausbildung an Klavier und Schlagzeug entdeckte Sofia als Teenager ihre Leidenschaft für das Kanun und zog später nach Istanbul, um osmanische Musik eingehend zu studieren. Im Laufe der Jahre hat sie die Grenzen des Kanun erweitert und das Instrument, weit über seine traditionellen Rahmenbedingungen hinaus, in völlig neue Gefilde geführt.
Ihre innovativen Techniken und experimentellen Kompositionen haben die Rolle des Kanuns in der zeitgenössischen Musik neu definiert und sie als Pionierin auf diesem Gebiet etabliert. Sofia hat mit wunderbaren Künstlern aus verschiedenen Genres zusammengearbeitet, ist auf renommierten Bühnen weltweit aufgetreten und hat Meisterklassen für Kanun und griechische Volksmusik geleitet. Ihr gefeiertes Soloalbum Sisyphus (Odradek Records, 2020) zeigte ihre einzigartige Fähigkeit, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden, während ihr neues Album Spiral weiterhin neue klangliche Möglichkeiten erforscht und das Kanun aus seinen klanglichen Grenzen herausholt.
Als Gründerin und künstlerische Schöpferin von Unbounded Sounds erweckt Sofia ihre Vision von interkultureller Zusammenarbeit und künstlerischem Dialog zum Leben. Das Festival ist ein Beispiel für ihren Glauben an die transformative Kraft der Musik, Menschen und Traditionen zu verbinden und gleichzeitig die Grenzen des künstlerischen Ausdrucks zu erweitern. Sofia Labropoulou lebt in Wien und komponiert, tritt auf und inspiriert neue Generationen von Musiker:innen mit ihrem revolutionären Ansatz für das Kanun und ihrem Engagement für die Neugestaltung der Musiklandschaft.