
Es gibt Bands, die einen einfach nur in Staunen versetzten. Eine, die das sowohl musikalisch wie auch insbesondere von der Bühne aus vortrefflich tut, ist die Wiener Formation Thalija. Nicht wenige sprachen, nach deren Erscheinen auf der Bildfläche der heimischen Musikszene vor wenigen Jahren, von der nächsten großen Musiksensation aus Österreich. Zu andersartig, zu sehr abseits herkömmlicher Erwartungen, einfach zu interessant, zu gut und zu vielschichtig präsentierte sich das bunt zusammengewürfelte MusikerInnenkollektiv. Zu Beginn bildete noch eine klassische Rockformation – Schlagzeug, Bass und Gitarre – die instrumentale Basis von Thalija. Im Laufe der Zeit aber kamen immer neue MusikerInnen hinzu, sodass man heute eher von einem Orchester, denn von einer Band im eigentlichen Sinn sprechen kann.
Bei so viel musikalischem Input fällt es erwartungsgemäß nicht wirklich leicht, eine genaue Stilbeschreibung der Musik vorzunehmen. Die konsequente Weigerung, sich den herkömmlichen Gesetzen des Pop zu unterwerfen, stellt das einigende Moment der Mitglieder dar. Man legt sehr viel Wert darauf, die Stücke im freien Spiel entstehen zu lassen, wobei der experimentelle Ansatz ganz klar im Vordergrund steht. So bilden unter anderem endlos geloopte Samples, um welche in Folge vielschichtige Soundteppiche gewoben werden, den Ausgangspunkt der einzelnen Stücke. Auch stilistisch zeigt sich das MusikerInnenkollektiv ungemein offen. Rock trifft auf alle möglichen Arten avantgardistischer Improvisations-Musik, Freejazz auf verschiedenste Formen der Elektronik. Thalija lassen jeden einzelnen Track wachsen, wobei besonders ihr vielschichtiges und variables Spiel sorgt dafür, dass sich die Musik stetig bis zum finalen Höhepunkt verdichtet.
Mit Spannung darf dem neuen Album entgegengesehen werden, welches im Laufe dieses Jahres, wie bereits die beiden Vorgängeralben „Thalija“ (2004) und „Thalija II“ (2008), auf dem steirischen Label pumpkin records erscheinen wird.(mt)
Thalija