Ein Zweiergespann, von dem man wirklich behaupten kann, dass es sein ganz eigenes Ding mit einer Konsequenz durchzieht, wie man es nur selten zu Gehör bekommt, dass sich in den vergangenen Jahren seinen eigenen unverkennbaren Stil geschaffen hat, der sich im positivsten Sinne von aller musikalischen Massenware abhebt, ein solches ist die burgenländische Band Tanz Baby!. Mit dem Debütalbum “Liebe” 2009 regelrecht für Furore sorgend, melden sich David Kleinl und Kristian Musser nun mit neuem Material zurück. “Staub oder Stern” (Geco), so der Titel des langerwarteten Zweitlingswerks, stellt die logische Fortsetzung des von Beginn an eingeschlagenen Weges dar. Musikalische Finesse trifft auf große Gesten, Stilsicherheit auf das Spiel mit aller Arten von Klischees, Glam auf Nachtclub, wunderbare Tanzmusik auf Drama und herzzerreißenden Weltschmerz. Ein wirklich klasse Stück Musik. Präsentiert wird „Staub oder Stern“ am 23. März in der Roten Bar im Wiener Volkstheater.
Es ist ein permanenter und kunstvoller Spagat, den Tanz Baby! nun schon seit vielen Jahren vollziehen. Einer zwischen der eigenen Anspruchshaltung, musikalisch ernst genommen zu werden, und dem Willen, die Leute einfach zu unterhalten. Blickt man erst einmal hinter die glatte Fassade, das edle Auftreten und großspurige Entertainertum, welche das Auftreten der burgenländischen Combo nach außen hin bestimmen, und reduziert das Schaffen alleine auf den künstlerischen Aspekt, so wird klar, dass hier tatsächlich ein Duo am Werken ist, welches sehr wohl versteht, qualitätsvolle und gleichzeitig mitreißende Nummern aus den Ärmeln zu schütteln.
Sich irgendwo zwischen den Polen Schlager, Neue Deutsche Welle, Elektropop und Disco hin und her pendelnd, fabrizieren Tanz Baby! einen Gesamtsound, der, hört man genau hin, sich als ein sehr vielschichtiger, ideenreicher und wirklich origineller offenbart. Ein schräger Walzer von einer Jahrmarktsorgel dargebracht, für den charismatischen Frontmann und seinen musikalisch mit allen Wassern gewaschenen Kollege kein Problem, den Schlager einmal in ein Discogewand hüllen, warum nicht. David Kleinl und Christian Musser, so scheint es, machen schlicht das, wonach ihnen gerade ist. Und das mit viel Klasse. Zwänge, irgendwelche Erwartungshaltungen erfüllen zu müssen, kennen die beiden nicht. Wieso sollten sie auch, sind sie doch mit ihrem bisherigen Konzept doch immer gut gefahren.
Auf ein starkes Debüt, ein mindestens so starkes Zweitlingswerk folgen zu lassen, stellt nicht immer ein leichtes Unterfangen dar. Die Herausforderung, ein solches auf den Weg zu bringen, haben Tanz Baby! aber mit Bravour gemeistert. „Staub oder Stern“ macht einfach Spaß und lässt auch für die Zukunft noch einiges Schönes erhoffen. (mt)