Sündiges beim Rosenstolz

Im Rahmen des diesjährigen Rosenstolz Festivals gewähren am 20. Oktober Stephan Paryla-Raky und das Ensemble 4She einen etwas anderen Einblick in Wiener Geschichte und dessen Nachtleben. Während Schauspieler Paryla-Raky sich mit seiner Gitarre den sittlichen Gepflogenheiten des alten Spittelberg widmet, begibt sich die vierköpfige Frauentruppe auf die Spuren der Josefine Mutzenbacher.

Den Konzertabend eröffnen wird Schauspieler, Musiker und Rezitator Stephan Paryla-Raky, der bereits vor mehreren Jahren begonnen hat, sich mit diesem eher totgeschwiegenen Kapitel Wiener Sozialgeschichte musikalisch auseinanderzusetzen. Er bedient sich dabei den Liedern und Geschichten, die das herbe Sittenbild der damaligen Gesellschaft in authentischer Form wiedergeben. Da kann es zwar schon recht drastisch und obszön hergehen, der Witz und die für die Stadt typische Ironie geht aber in keinster Weise verloren.

Genauso abwechslungsreich, aber doch ganz anders entführen Caroline Athanasiadis, Monica Reyes, Leni Lust und Iris Suchan die Zuhörer auf eine äußerst charmante Weise in das Wiener Rotlichtmilieu. Früher noch mit einem Ensemble unterwegs, haben sich die vier Damen in Folge von jedem Instrument gelöst, um alleine mit ihren Stimmen zu unterhalten. Das Thema dessen sich das Quartett mit Hingabe annimmt, ist das Leben der legendären Wiener Dirne Josefine Mutzenbacher. Sie empfangen in ihrem bereits mehrfach ausgezeichneten Musikkabarett das Publikum als saubere Franzi, resche Agathe, liebenswürdige Pratermitzi und natürlich Josefine. Da gehen Tango, Swing, Rap und sogar Heavy Metal mit dem Wienerlied eine Liasion ein.

 

Wer sich schon immer ein etwas anderes Bild von Wien machen wollte, ist im Wiener Konzert-Cafe Schmid Hansl bestens aufgehoben und sollte sich diese Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen.(mt)

 

Foto Stephan Paryla-Raky: G. Lembergh
Foto 4She: Lukas Wendl