Sterzinger Experience im Chelsea

Mit Stefan Sterzinger ist am 29. Jänner einer der wohl eigenwilligsten und interessantesten Vertreter der Wiener Musikszene im Gürtellokal Chelsea zu Gast. An diesem Abend auf dem Programm steht ein vom Wienerlied Veteranen gemeinsam mit den “Sterzinger Experience”-Musikern Lothar Laesser und Alexander Gheorghiu entwickeltes Projekt, in dem Motive aus der Filmmusik eine musikalische Überarbeitung erfahren.

 Stefan Sterzinger muss man eigentlich nicht mehr groß vorstellen. Er zählt ohne Zweifel zu den eigenwilligsten Vertretern der Wiener Musikszene und ist gerade deswegen auch einer ihrer prägenden Persönlichkeiten. Bekannt geworden ist der im Blues wurzelnde Sänger und Akkordeonist unter anderem mit dem “1. Fürther Alpenpunk-Festival Fürth/Franken” im Café Fürst. 1986 gründete er mit den Gesinnungsgenossen Heinz Ditsch und Vincenz Wizlsperger (Kollegium Kalksburg) die Combo Franz & The Melody Boys. Ins selbe Jahr fällt auch das erste musikalische Lebenszeichen der “Sterzinger Roots”. “Electric Sterzinger” führte ihn abermals mit Herrn Wizlsperger und dessen Kalksburg-Kollegen Paul Skrepek zusammen. Der Wienerlied Veteran gefällt sich in der Rolle der ewigen Undergroundlegende. Und genau diese lässt ihn auch stets tun, wozu er gerade Lust hat.

 

Irgendwelche stilistische Berührungsängste zeigt Stefan Sterzinger keine und lässt sich daher auch nur schwer in eine bestimmte Kategorie einordnen. Es gibt wohl kaum eine musikalische Richtung in der sich der Wiener nicht beheimatet fühlt. Angetrieben von der Herausforderung  stets etwas Neues zu versuchen, befinden sich Sterzingers musikalische Projekte in einer immerwährenden Entwicklungsphase. Daher stellen seine Arbeiten auch vielmehr eine Art Momentaufnahme seiner aktuellen künstlerischen Position dar, als ein tatsächliches Endprodukt. Nicht vielen heimischen KünstlerInnen gelingt es, sich in solch spielerischer Art und Weise immer wieder neu zu definieren. Aus diesem Grund ist auch eine exakte Voraussage, wie ein kommendes Album oder ein neues Programm vielleicht klingen könnte, nur ist in den seltensten Fällen zu treffen.

 

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Sterzingers neuestes Projekt. Als Basis für das bevorstehende Konzert im Chelsea dienen Motive aus der Filmmusik, die der Wiener versucht, in einen musikalischen Kontext zu setzen. In seinen Texten gibt sich der Musiker ganz in der Tradition eines Artmanns, Qualtingers und Nestroys von seiner spitzen Seite. Selbst bezeichnet der Wiener seinen Stil als “zeitgenössische Qualitätsfolklore”.  (mt)