SOPHIE GEYMÜLLER & THE NAVIGATORS – „Holy Owly“

Vorhang auf für eine junge, talentierte Sängerin und Musikerin, die mit ihrem Debüt mehr als nur eine Talentprobe abliefert. SOPHIE GEYMÜLLER und die sie begleitende Band THE NAVIGATORS zeigen auf ihrem Erstlingswerk „Holy Owly“ (zwei recordings), dass sie in Sachen „exzellente Jazzunterhaltung“ ihre Hausaufgaben mit Bravour erledigt haben.

Stilistisch pflegen Sophie Geymüllers und ihre mit den Musikern Thomas Kugi (Saxofon), Erwin Schmidt (Klavier), Uli Langthaler (Kontrabass) und Christian Salfellner (Schlagzeug) hochkarätig besetzte Band eine klassische jazzige Note mit leichten Ausfransungen hin zum Pop, Soul, Blues und Swing. Die insgesamt acht Nummern zeugen von einer großen musikalischen Breite, die genauso wenig die wunderbar gediegenen und gefühlvollen Momente missen lässt wie die leichtfüßig verspielten, verträumten oder einfach nur lässig vor sich hin groovenden. Der vielschichtige, in warme Klangfarben gehüllte und von packenden Melodien durchsetzte Sound, den die vier Beteiligten zu Gehör bringen, besitzt seinen eigenen Charme, er entwickelt eine ganz eigene Energie, die die Zuhörenden auf sanfte Weise erfasst und sie tänzelnden Schrittes durch das Geschehen begleitet.

Songs, die in die Tiefe gehen

Cover “Holy Owly”

Man wird von den Nummern des Quartetts verführt und eingeladen, einzutauchen und sich mittreiben zu lassen. Die Musik in Kombination mit Sophie Geymüllers Stimme wirkt in die Tiefe. Man spürt, dass hinter jeder Zeile eine wahre Geschichte steckt, ein wahres Gefühl, das darauf wartet, ausgedrückt zu werden. Und genau dieser authentische Ton ist es auch, der „Holy Owly“ zu etwas Besonderem macht. Sophie Geymüller beschreibt in ihren englisch- und deutschsprachigen Texten ihre Emanzipation, ihre hart erkämpfte Loslösung von erdrückenden Erwartungen. Sie hat sich entschieden, ihren eigenen Weg zu gehen, voller Hoffnung und gegen den Willen und die Ratschläge anderer. Die Wienerin hat etwas zu erzählen, und das tut sie auf eine ausgesprochen eindringliche Art und Weise.

Mit „Holy Owly“ liefern Sophie Geymüller & The Navigators ein Album ab, das einen definitiv nicht unberührt lässt. Man hört, dass man es hier mit einer Künstlerin zu tun hat, bei der etwas mehr mitschwingt. Ein wirklich aufregendes erstes musikalisches Ausrufezeichen.

Michael Ternai

Links:
Sophie Geymüller
Sophie Geymüller (Facebook)