
Nachdem sein Texta-Kollege Huckey erst vor kurzem mit seiner Kooperation mit Average einiges Aufsehen in der österreichischen Hip Hop-Gemeinde erregen konnte, galt es für Skero natürlich nachzuziehen. Mit “Memoiren eines Riesen” liegt seit wenigen Wochen nun das erste Solo-Debüt des Linzer Hip Hop-Urgesteins vor, auf dem er einmal mehr unter Beweis stellt, dass der zu den besten Rappern des Landes zählt.
Bislang hielt sich Skero ja, was sein solistisches Treiben anbelangt, doch etwas zurück. Das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass sein Hauptarbeitgeber Texta mitunter zu den umtriebigsten wie auch produktivsten Combos des Landes zählt. Da ist Zeit natürlich eher Mangelware. Aber wie heißt es so schön, “gut Ding braucht Weile”. Nun, das Warten hat mit “Memoiren eines Riesen” jetzt doch ein Ende gefunden. Skero legt mit seinem Solo-Debüt ein Stück Musik vor, das die hohe Erwartungshaltung mehr als erfüllt und dazu mit einer ungemeinen Vielfalt überrascht.
Überhaupt liegt man nicht ganz falsch, wenn man behauptet, dass das Album des gebürtigen Linzers von der Qualität her zum Besten gehört, was hierzulande in den letzen Jahren veröffentlich wurde. Skero beweist auf “Memoiren eines Riesen” ein ungemein ausgeprägtes Gespür dafür, Beats und Rhymes perfekt in Einklang zu bringen. Hip Hop, Funk und Reggae treffen auf überwiegend in Mundart gehaltene Texte, die Persönliches ebenso abhandeln, wie Geschichten über Künstler und Fußball. Und das immer mit spitzer Zunge und einer großen Portion Humor. An der schon von Texta zelebrierten Verweigerung, sich den Klischees der Szene zu unterwerfen, hält auch Skero fest.
Dass “Memoiren eines Riesen” so stark geworden ist, ist mit Sicherheit auch der Verdienst der zahlreichen Gäste, die am Entstehen von “Memoiren eines Riesen” mitgewirkt haben. Alleine die Namen der an der Produktion Beteiligten zeigen, dass hier tatsächlich die führende Phalanx der heimischen Szene am Werken war. So sind Skero am Mikrophon Leute wie Kamp, Kayo, Wisdom, Joyce Muniz oder Benedikt Walter zur Seite gestanden. Musikalisch umgesetzt wurde das Ganze schließlich von so erstklassigen Sound und Beat-Experten wie Urbs, Cutex, Buzz, Digga Mindz, Whizz Vienna, Brenk, GC, Trishes, BBK, Fester oder Szenario.
Mit seinem Debüt beweist Skero, das es immer noch möglich ist, dem Hip Hop Leben einzuhauchen. Dass mit einer gewissen Offenheit ein Album entstehen kann, welches sich angenehmst vom sonstigen Einheitsbrei abhebt.(mt)
