Die Wiener Rapperin SCHWESTA EBRA veröffentlicht mit „Overhyped“ (VÖ: 20.06.‘25) ihre zweite EP. Wie gewohnt beschäftigen sich die Texte der Musikerin mit aktuellen, kritischen Themen, aber auch mit persönlichen Erfahrungen. Neu ist der musikalische Rahmen in dem sich die EP bewegt, denn sie taucht tief in die Welt des Hyperpop ein.
Schwesta Ebra ist sowohl als Musikerin als auch als Content Creatorin bekannt. In multimedialen Arbeiten setzt sie sich mit aktuellen Themen auseinander und verbindet Satire mit ernstzunehmender Kritik. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Parodien, in denen sie über die oft sexistische Deutschrapszene spricht. Aber auch andere politische, queere, feministische Themen finden in ihrem Content und in ihrer Musik Platz. Mit ihrer Debüt-EP 2022 „Kein Plan“ erhielt sie einen festen Platz in der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene. Drei Jahre später erweitert sie ihre musikalische Welt mit ihrer aktuellen EP „Overhyped“, die durch einen starken Hyperpop-Einfluss geprägt ist. Thematisch erzählt die Rapperin von Liebeskummer, queeren Obsessionen, toxischer Männlichkeit und dem Gefühl, emotional einen Schritt zu spät zu kommen.
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Inspiriert wurde die EP zuerst von der Social-Media-Debatte, ob es besser wäre, die Zeit im Wald mit einem Bären oder einem Mann zu verbringen – aufgrund der Vielzahl von (gewalttätigen) Erfahrungen hat dabei meistens der Bär gewonnen. Daraus entstanden ist die erste Nummer des Albums „Bär > Mann“. Aber auch sehr persönliche Erfahrungen und Gefühle lässt Schwesta Ebra im Album einfließen. In „Problem“ und „Zitroneneis“ spricht sie über zwei unterschiedliche Arten von Liebeskummer. „Problem“ bezieht sich auf eine Person, die man eigentlich nur aus der Ferne beobachtet und für die man schwärmt – schlussendlich kann die Distanz aber nicht überwunden werden und zurück bleibt nur der Schmerz über die Ungewissheit was hätte sein können. Der Song „Zitroneneis“ thematisiert hingegen das unaufhaltbare Ende einer Beziehung. Der Wunsch nach einer einfachen Lösung, um die gemeinsamen Probleme zu beheben, ist enorm, aber die Kluft scheint zu groß zu sein, um sie noch zu schließen. Das Beziehungsthema geht auch bei „Red Flag (nicht)“ weiter – aber hier geht es darum, mit alten Gefühlen endgültig abzuschließen. Im Nachhinein sind die Warnhinweise, dass die Beziehung toxisch und ungesund war, unübersehbar – doch die rosarote Brille hat diese erfolgreich verdeckt. Schwesta Ebra verspricht sich mit dem Lied selbst, dass so etwas nicht noch einmal vorkommen wird. Die EP endet mit „Tschu Tschu“. Darin spricht sie über die aktuell unsicheren Zeiten und das Gefühl in einem Zug gefangen zu sein, der scheinbar keinen Zielbahnhof hat. Gerne würde sie die Notbremse ziehen und uns allen eine Verschnaufpause verschaffen, aber das ist nur mit vereinten Kräften möglich, die aktuell kaum gespaltener sein könnten.

Das Album vereint musikalisch Einflüsse des Hip-Hop mit deutlichen Hyperpop-Elementen. Treibende Beats stehen im Zentrum, genauso wie ein dynamischer Bass. Darüber erklingen helle Synthesizer-Klänge und elektronische Soundbausteine. Zusammen vereinen sich die Ebenen zu einer pulsierenden Klangwelt. Ein zentrales Element ist die Stimme von Schwesta Ebra. Leicht bearbeitet, aber doch immer direkt und klar, führt sie durch die einzelnen Lieder und erzählt mit bildstarker Sprache die einzelnen Geschichten.
Mit „Overhyped“ festigt Schwesta Ebra ihre Position in der aktuellen, deutschsprachigen Musikszene. Gleichzeitig wagt sie einen mutigen Schritt in eine neue Klangwelt. Es zeigt, dass die Musikerin vielfältige musikalische Ansätze verfolgt und es bleibt spannend zu sehen, welche Richtung sie als nächstes einschlagen wird.
Ylva Hintersteiner
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