Schlurf – Im Swing gegen den Gleichschritt

Im Rahmen der Diagonale präsentieren Wolfgang Beyer und Monica Ladurner am 21. März, noch vor der TV-Ausstrahlung, ihre Dokumentation “Schlurf – Im Swing gegen den Gleichschritt”. Der Film beleuchtet eine bis heute eher wenig beachtete Thematik in der Erforschung des Dritten Reiches, nämlich die der “musikalischen Subkultur”.

Bekannt ist, dass Jazz und Swing, von den Nationalsozialisten auch als “Neger-” und “Judenmusik” bezeichnet, damals, wie fast alles nicht genehme, zu den “entarteten” Kunstformen zählte. Die daraus abgeleiteten Tanzformen ebenfalls. Zu Beginn eher verpönt, wurden die Anhänger des Jazz (“Swing-Jugend”) mit der Zeit von der Nazi-Diktatur im zunehmenden Maße kriminalisiert, und schließlich auch verfolgt. Das Hören von Jazz endete nicht selten in “Arbeitserziehungslagern”, in Jugend-KZs oder in der Todeszelle.

Schlurf erzählt die Geschichte einer Jugendkultur, welche gegen ein politisches System zu rebellieren versuchte, das keine Individualität und Freiheit zulassen wollte.  Der Film handelt von Menschen, die sich der Nazi-Diktatur nicht beugen wollten, den Dienst in der HJ verweigerten, “Feindsender” hörten und auch ihrer Begeisterung für Jazz-Musik und Swing-Tanz trotz immer härter werdender Repressionen nicht abschworen.

Diagonale