Salam.Orient 2010

Ganz im Zeichen des Orients steht das am 12. Oktober beginnende Festival “Salam.Orient. Musik, Tanz und Poesie aus orientalischen Kulturen”. An mehreren verschiedenen Spielorten in Wien finden rund einen Monat lang Konzerte, Lesungen und Tanzveranstaltungen statt, die dem Publikum den fernen Kulturkreis mit all seinen Geheimnissen und Facetten ein wenig näher zu bringen versuchen. Auch in Graz macht das Festival diesmal Halt. Am 30. Oktober eröffnet die Ausstellung „Zerbrochene Spiegel – Kirik Aynalar“ im Orpheum mit einem Konzert des tunesischen Duos Amina & Hazma. Tags darauf präsentieren Aora Minnegesänge aus dem Vorderen Orient. Los geht es am 11. Oktober mit einem Pre-Opening Konzert im Odeon mit Marwan Abado und seiner Band.

“Salam.Orient. Musik, Tanz und Poesie aus orientalischen Kulturen” entführt das Publikum auch heuer auf eine Reise vom Norden Afrikas über den Vorderen Orient bis zum indischen Subkontinent und zurück in österreichisch-orientalische Klangwelten. Insgesamt werden 16 Acts aus unterschiedlichen Nationen für ein stilistisch enorm vielschichtiges und buntes Festivalprogramm sorgen. Zudem bieten Podiumsdiskussionen sowie Workshops den BesucherInnen die Gelegenheit, sich mit diesem fernen Kulturkreis thematisch auseinander zu setzen. Gespielt wird in diesem Jahr in insgesamt acht Locations: im Dschungel Wien, in der Hauptbücherei Wien, im Ost Klub, im Porgy & Bess, im Restaurant Dionysos, in der Sargfabrik, im Wiener Metropol sowie erstmals im Palais Kabelwerk.

Das Ziel der Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren nicht wirklich verändert. Musik, egal woher sie stammt, bedarf keiner Sprache. Sie transportiert Gefühle und Traditionen, sie ist für jedermann/frau verständlich. “Salam.Orient. Musik, Tanz und Poesie aus orientalischen Kulturen” will einen Dialog zwischen den Kulturen anregen und das Verständnis für die orientalische Welt fördern. Der rege Publikumsandrang in den vergangenen Jahren zeigt, dass unter den heimischen Musikliebhabern eine große Neugier nach neuen Klängen und Stilrichtungen vorherrscht.

Wie gewohnt zeigt sich das Musikprogramm auch heuer sehr reich an Höhepunkten. Wobei diesmal vermehrt auf aus der Türkei stammende KünstlerInnen in den Fokus gerückt werden. Zudem soll in diesem Jahr ungewöhnlichen Crossover-Projekten zwischen Ost und West, traditionellen und zeitgenössischen Musiken mehr Platz eingeräumt werden.

Unter anderem zu Gast ist der in den Niederlanden lebende international abgefeierte türkische Sänger und Multiinstrumentalist Behsat Üvez, der gemeinsam mit dem hochkarätig besetzen Barana Quintett in bester stilübergreifenden Manier eine Brücke zwischen europäischen und türkischen Musiktraditionen zu schlagen versucht (21. Oktober, Sargfabrik). Ebenfalls sehr spannend verspricht der Abend im Ost Klub am 25. Oktober zu werden. Mit DJane Ipek wird die führende Vertreterin des in Berlin derzeit sehr angesagten Future Oriental Pop zu sehen sein (25. Oktober, Ost Klub).

Ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Festivals ist das Gastspiel von Terry Riley, dem  Großmeister der Minimal Music. Nach jahrelanger Abwesenheit von Europa wird der 75-Jährige gemeinsam mit dem Tabla-Virtuosen Talvin Singh und dem kanadischen Saxofonisten George Brooks ein weiteres musikalisches Experiment in Angriff nehmen 23. Oktober, Porgy & Bess). Die Musik der beiden Kulturmetropolen Wien und Istanbul bringen im Metropol am 2. November Sänger Alp Bora und die Formation Nim Sofyan zusammen. Mit Sicherheit ebenfalls einen Besuch wert sind die Konzerte von Amine & Hamza Mraihi in Wien und Graz (28. Oktober, Sargfabrik und 30. Oktober, Orpheum) sowie jenes der usbekischen Muqam-Sängerin Munadjat Yulchieva (3. November, Sargfabrik). Das gesamte Programm finden sie unter http://www.salam-orient.at. (mt)

Foto Terry Riley: Stuard Brinen

Salam Orient