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RSO Wien (c) Thomas Ramstorfer

RSO-Chefdirigentin Marin Alsop dirigiert Uraufführungen von Lera Auerbach und Peter Ablinger

Wien (OTS) – MARIN ALSOP dirigiert bei ihrem ersten Konzert als Chefdirigentin des RSO WIEN PAUL HINDEMITH und eine Uraufführung von LERA AUERBACH am 24. Oktober im Wiener Konzerthaus, beim Eröffnungskonzert von WIEN MODERN eine Uraufführung von PETER ABLINGER und Erstaufführungen von CLARA IANOTTA und AGATA ZUBEL (Wiener Konzerthaus, 31.10., live in Ö1). Weiters spielt das RSO WIEN beim „ORF musikprotokoll“ u.a. eine Uraufführung von MIKHEIL SHUGLIASHVILI (Grazer Musikverein, 5.10.), eine Uraufführung von BERND RICHARD DEUTSCH (Musikverein, 10.10.) und HOLLYWOOD IN VIENNA (Wiener Konzerthaus, 18./19.10.).

Am Donnerstag, den 24. Oktober (19.30 Uhr) spielt das ORF RSO Wien im Wiener Konzerthaus sein erstes Konzert unter Chefdirigentin Marin Alsop. Den Abend eröffnet „Rapture“ des kürzlich verstorbenen Komponisten Christopher Rouse, gefolgt von einer Uraufführung: Für ihr Werk „Evas Klage“ hat sich die inzwischen in Wien lebende Komponistin Lera Auerbach die Erweiterung des Orchesters um ein Instrument aus der Frühzeit der elektronischen Musik gewünscht – das „Ondes martenot“ mit seinem unverkennbaren sphärischen Klang. Im Anschluss folgen zwei Werke von Paul Hindemith: die Symphonie aus „Mathis der Maler“ und die Oper „Sancta Susanna“, ein Meisterwerk des Expressionismus, das er mit zwei anderen Einaktern zu einem Triptychon kombinierte. Marin Alsop hat sich für ihr erstes Konzert als Chefdirigentin außerdem eine Aufführung gewünscht, die im konzertanten Setting die szenische Magie einer Opernaufführung ahnen lässt. Es wirken mit: Kateryna Sokolova (Regie), Aušrinė Stundytė (Susanna), Renée Morloc (Klementia), Annette Schönmüller (Alte Nonne) und die Damen der Wiener Singakademie (Chor der Nonnen). Ö1 sendet den Konzertmitschnitt am Freitag, den 8. November um 19.30 Uhr.

Am Donnerstag, den 31. Oktober (19.30 Uhr) spielt das ORF RSO Wien unter Marin Alsop das Eröffnungskonzert des Festivals Wien Modern im Wiener Konzerthaus. Die existenzielle Erfahrung der gewaltigen Eruption des Vulkans „Hekla“ verarbeitete der isländische Komponist Jón Leifs zum gleichnamigen Orchesterstück, einem der lautesten aller Zeiten. Luciano Berio brachte mit seiner umwerfenden „Sinfonia“ die Frage auf den Punkt, zu welcher Dichte sich ein Orchesterwerk steigern lässt. Und auch drei neue Werke sind zu hören: Peter Ablinger lässt mit der Uraufführung von „4 Weiß für Orchester und Rauschen“ ein dichtes orchestrales Geflecht unter Schichten von weißem Rauschen verschwinden. Clara Iannotta nähert sich mit der österreichischen Erstaufführung von „Moult“ mit Kassettenrekordern, Kazoos und anderen ungewöhnlichen Klangerzeugern behutsam der Hörschwelle. Und Agata Zubel zündet schlicht ein Feuerwerk – mit der österreichischen Erstaufführung von „Fireworks“. Das Konzert wird live in Ö1 übertragen.

Bild Marin Aslop
Marin Aslop (c) Adriane White

Lectures mit Komponistinnen, Masterclasses für Dirigentinnen und eine Podiumsdiskussion über die fehlende Gleichstellung in der Musik:
Marin Alsop gründete 2002 das Taki Concordia Fellowship zur Förderung der Karriere junger Dirigentinnen, diese Arbeit wird sie in Wien mit dreitägigen Workshops (1.-3. November) für Dirigentinnen fortsetzen. Am Mittwoch, den 30. Oktober treffen sich anlässlich der Podiumsdiskussion „fifty-fifty in 2030“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Marin Alsop, RSO-Intendant Christoph Becher, Patricio Canete-Schreger (Leiter des Referats Musik im Stadtrat für Kultur und Wissenschaft), Ulrike Sych (Rektorin der mdw) und Komponistin Agata Zubel zum Thema „Gender Equality in music, ten years from now“. In der ersten Saison von Alsop werden fünf von sechs Konzerten der Abonnementreihe des RSO Wien im Wiener Konzerthaus von Frauen geleitet.

Von Uraufführungen beim „ORF musikprotokoll“ bis zu „Hollywood in Vienna“

Das ORF RSO Wien gastiert am Samstag, den 5. Oktober im Rahmen des ORF musikprotokoll im steirischen herbst im Grazer Musikverein (19.30 Uhr). Das Orchesterstück „Polychronia“ des georgischen Komponisten Mikheil Shugliashvili wird unter Ilan Volkov zur Uraufführung gebracht und Shugliashvilis Musik mit in Auftrag gegebenen Uraufführungen von Komponist/innen aus Europas Nachbarschaft kombiniert: Musik des marokkanischen Komponisten Brahim Kerkour (Uraufführung von „Volve“), der weißrussischen Komponistin Oxana Omelchuk (Uraufführung von „Harmoniemusiken“) und des israelischen Komponisten Yair Klartag („Con forza di gravità“). „Tableau 1“ von Roman Haubenstock-Ramati ergänzt das Programm. Ö1 sendet den Konzertmitschnitt am Freitag, den 11. Oktober um 19.30 Uhr.

Am Donnerstag, den 10. Oktober (19.30 Uhr) treffen der tschechische Dirigent Jakub Hrůša und der österreichische Geiger Emmanuel Tjeknavorian im Musikverein Wien aufeinander. Am Programm stehen mit Schostakowitsch und Lutosławski zwei prominente Opfer der Initiative Stalins, die Gegenwartsmusik der Sowjetunion dem Sozialismus zu unterjochen. Schostakowitsch verbarg sein erstes Violinkonzert bis Stalin gestorben war. Ein Werk, in dem gallenbitterer Humor wie das berüchtigte Pfeifen im dunklen Wald klingt. Im benachbarten Polen wurde Lutosławski von Stalins Attacken aufgescheucht, doch er rettete sich in den Neoklassizismus. Lutosławskis „Konzert für Orchester“ gehört heute zu den populärsten Werken des 20. Jahrhunderts. Außerdem kommt Bernd Richard Deutschs Werk „Phaenomena“ zur Uraufführung. Ö1 sendet den Konzertmitschnitt am Freitag, den 18. Oktober um 19.30 Uhr.

Die diesjährige Hollywood in Vienna-Gala steht unter dem Motto „A Night at the Oscars” und begibt sich auf eine glamouröse Zeitreise durch acht Jahrzehnte Filmmusik. Nach einem fulminanten Opening mit „Hooray for Hollywood“ verbinden sich legendäre Filmsongs aus „Der Zauberer von Oz“ und Orchestermusik aus Kultfilmen wie „Casablanca“, „Der weiße Hai“, „Jenseits von Afrika“ oder „Schindlers Liste“ mit heutigen Oscar-Gewinnern wie „Shape of Water“ und „Black Panther“ zu einem Konzertereignis in festlich-opulentem Rahmen. Der diesjährige Ehrengast Gabriel Yared zählt mit seiner eleganten, sinnlich-emotionalen Musiksprache zu den gefragtesten Filmkomponisten weltweit und wurde 1997 für seinen eindrücklichen Score zu Anthony Minghellas „Der englische Patient“ mit einem Oscar ausgezeichnet. Zu seinen größten Erfolgen zählen außerdem „Stadt der Engel“, „Der talentierte Mr. Ripley“, „Unterwegs nach Cold Mountain“, französische Klassiker wie „Betty Blue“ und „Der Liebhaber“ und auch Florian Henckel von Donnersmarcks deutsches Oscar-Drama „Das Leben der Anderen“. Gabriel Yared wird seine Kompositionen am Klavier mit dem ORF RSO Wien darbieten. Es dirigiert Keith Lockhart. „Hollywood in Vienna“ findet am Freitag, den 18. Oktober (Vorpremiere) und am Samstag, den 19. Oktober (Galakonzert) im Wiener Konzerthaus statt, Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Ö1 sendet den Mitschnitt am Dienstag, den 31. Dezember um 19.30 Uhr. Details zum Konzertprogramm des ORF RSO Wien sind abrufbar unter http://rso.orf.at.