
Begonnen hat alles 2005 in der damals noch real existierenden Mildenburg mit einem Acht-Spur-Gerät, 2006 folgte Renato schließlich den Ruf der Pond Pirates für die er seitdem auch Songmaterial schreibt und als Gitarrist/Sänger regelmäßig auf der Bühne steht.
2010 erschien dann das Debüt-Album “The Cinnamon Nights”, dem ausgiebige Tourneen durch Österreich, Deutschland, Slovenien sowie ein dreiwöchige Tournee durch Georgien folgten. Diese Reislust floss dann auch in den im Juni 2012 veröffentlichten Zweitling “Yelling with the Pantomime” ein. Zu hören ist darauf Musik, zwischen allen Stühlen (Psychedelic, Folk, Balkan), die sich auf steter Wanderschaft befindet und in der Fremde Neues erkundet. Dabei gibt es in Renato Unterbergers “Psychedelic Folk” auch stets wiederkehrende Themen, die um Motive wie Reisen, Reiselust, Märchen, Sinn/Ich-Suche, Weggehen und Ankommen kreisen. “Ich strebe in meinen Songs nach Sesshaftigkeit, nach dem ‘Nachhause’ kommen, habe jedoch erkannt, dass das Zuhause niemals Stillstand ist. Der Weg ist das Ziel, die Bewegung und Entwicklung das Anzustrebende. “Ich habe noch lang nicht genug davon, versuche in neue Richtungen auszuschweifen, um Neues zu erkennen. Psychedelisch wirds, wenn man die Zeit keine Rolle spielen lässt und versucht, sie zu vergessen. Sie existiert nämlich nicht”, so der Musiker in einem 2012 geführten mica-Interview.

Als Teil der seit den Nullerjahren wieder boomenden (Anti-)Folk-Szene will sich Renato Unterberg dabei jedoch nicht verstanden wissen. “Ich sehe mich nicht als Teil des Singer/Songwritertums oder einer ‘psychedelic-folk-tradition’, diese Worte sind schon so schwer beladen mit verschiedensten Bedeutungen. Ich identifiziere mich nicht damit. ‘Psychedelic-Folk’ steht bei mir im Pressetext, weil ich unsere Live-Konzerte am ehesten darunter einstufen würde, auch wenn Leute nach den Gigs sagen wir klängen wie ungarische Volksmusik oder erinnern an Cat Empire. Was soll ich sagen? Wenn ich mich als Teil von etwas sehe, dann als Teil des Mildenburg-Sounds, der da eher ein parallel laufendes Phänomen ist. Beeinflussen tut mich quer durch die Bank alles, was ich zu hören bekomme, da komme ich garnicht aus. Was Anti-Folk ist, weiß ich nicht.”
So stellen sich Renato Unterbergs wilde Genre-Mixturen dann auch eher als etwas heraus, bei dem die verschiedensten Genres, Sound und Rhythmen quasi wie von selber miteinander interagieren und weniger einem zuvor schon aus skizzierten Plan folgen. “Vieles kommt einfach so auf mich zu. So manches lässt sich für mich ja auch nur mit einem bestimmten Instrument spielen, damit eine Melodie oder eine Hookline überhaupt zur Geltung kommen kann. Vielleicht kommen ja von daher all die Genre-Sprünge. Im Grunde versuche ich ja nichts weiter, als die Musik in meinem Kopf so unverfälscht (und unverkopft) wie es geht nach Außen zu bringen und setze mir da selbst keine Grenzen.”
Nun tritt er am Freitag, 10.01.2014 in der Salzburger ARGEkultur mit einer siebenköpfigen Band und mit Gästen aus dem Mildenburg-Kollektiv auch in Salzburg endlich wieder mit einem Solo-Programm Live auf. Die Band tritt dabei, je nach Anforderung, in verschiedenen Besetzungen von drei bis zwölf Musikern auf. Von Piano bis Trompete, von Oboe bis Bass, ist da alles dabei. Die Klänge, die die Musiker dabei anschlagen, vereinen ganze Musikstilgeschichten in sich und schaffen es grade durch die eigenwillige Mischung aus Jazz und Pop mit ihren langsamen Rhythmen und den meist multiinstrumentalen, orchestralen Arrangements, diesen klassischen oft schon angestaubten Genres, neuen Glanz zu verleihen. Ein Unikat in der österreichischen Musikszene.
Renato Unterberg & Band Live
Fre, 10.01.2014 – 20.30
ARGEkultur
Ulrike-Gschwandtner-Straße 5
5020 Salzburg