
Von Mitte der neunziger Jahre bis um die Jahrtausendwende war es vor allem die Wiener Elektronikszene, die international für Furore sorgen konnte. Nach dem Abebben des Hypes kam lange nichts. Fast schien es so als würden die MusikerInnen und Bands ein Art Dornröschenschlaf halten, als wäre das kreative Potential hierzulande erschöpft. Ganz so war es natürlich nicht. Bands mit genug Qualität gab es genug, allerdings begannen diese sich in unterschiedlichen kleinen Gruppierungen abseits der öffentlichen Wahrnehmungsgrenze zu formieren. Szenekennern wie dem Rohrbacher Hannes Tschürtz war schon früh klar, dass hier etwas am entstehen ist. Besonders im Burgenland schossen talentierte Bands wie Pilze aus dem Boden. Was fehlte war eine geeignete Plattform, über welche diese auch sichtbar bzw. hörbar gemacht werden konnten.
Hannes Tschürtz, der eigenen Angaben nach schon früh mit dem Musikvirus infiziert worden ist, machte sich daran, diese Schieflage zu ändern und rief parallel zu seiner Tätigkeit bei Walter Gröbchens Musikagentur monkey music 2001 das Label ink ins Leben. Im Unterschied zu anderen Labels aber weitete Hannes Tschürtz das Aufgabengebiet von ink um die Bereiche Booking und Künstlermanagement aus, womit die gesamte Promotionsarbeit unter einem gemeinsamen Dach vereinigt werden sollte. 2003 verließ der Burgenländer monkey music und widmete sich voll und ganz seinem eigenen Label. Nur ein Jahr später beschloss Tschürtz gemeinsam mit den fünf Mitgliedern der befreundeten Band Garish und dem Produzenten Thomas Pronai (“Beautiful Kantine”) mit der Gründung von Schönwetter Schallplatten, den nächsten Schritt zu vollziehen. Die Eingliederung des Labels in das ink-Unternehmen folgte zweieinhalb Jahre später. 2006 schließlich wird aus ink ein eigenständiger Verlag.

Nach Jahren in denen Popmusik in Österreich scheinbar nicht stattgefunden hat, erfreut sich die Szene im Moment einer steigenden Beliebtheit. Und das nicht nur hierzulande. Großen Anteil daran haben, Labels und Musikverlage wie eben die von Hannes Tschürtz betriebenen Schönwetter Schallplatten und ink music, die den Bands und MusikerInnen jene Infrastruktur zur Verfügung stellen, die für sie notwendig, um sich auf Dauer erfolgreich behaupten zu können. Die Vorzeichen für eine positive Zukunft der heimischen Popszene sind gegeben. Und das, weil einst begeisterte Musikfans wie Hannes Tschürtz den Beschluss gefasst haben, Nägel mit Köpfen zu machen. (mt)