
Nein, zu irgendwelchen ausufernden Spielereien lassen sich Phil Sicko (Gesang), Perry Striker (Schlagzeug), Andi K. Randall (Gitarre), S.S. Naughtilus (Gitarre) und U.L.F. Hell (Bass) nicht hinreißen. Hier gilt es, vom ersten bis zum letzen Ton den Energiepegel hochzuhalten. Schmerztriefende Balladen findet man glücklicherweise genauso wenig auf dem Zweitlingswerk, wie allzu kopflastige Instrumentalexzesse. Was regiert ist einzig der Geist des Rock ’n’ Roll, rotzig, frech, punkig, ungehobelt und vor allem laut. Den Stücken ist in keinster Weise irgendetwas Post-„was auch immer“ inne, vielmehr treibt durchgehend eine erfrischende und ansteckende „Right in your Face“ Attitüde durch die Musik.
Porn to Hula -Hell Breaks Loose by mica
Klar, an Zitaten der Heavy Metal/Rock Geschichte mangelt es auch „Sailing Around God`s Balls“ nicht. Immer wieder kommen einem beim Durchören der Songs Namen solcher Größen wie Kyuss, Queens of the Stoneage, Corrosion of Conformity, Crowbar, Monster Magnet, Clutch, The Jesus Lizard oder Konsorten in den Sinn. Doch Gefahr, zu einer bloßen Kopie zu verkommen, laufen Porn to Hula in keinem Moment. Dafür sorgen das immer sehr variable Spiel, überraschende Wendungen, abwechslungsreiche Gitarrensoli-Duelle sowie Sänger Phil Sicko, der mit seinem sehr facettenreichen und kraftvollen Gesang, den einzelnen immer zusätzlichen Charakter zu verleihen in der Lage ist.
„Sailing Around God`s Balls“ ist ein Album, das einfach Spaß macht. Auch weil sich die fünf Musiker selbst nicht allzu ernst nimmt und ihrem Humor viel Raum lassen. Ein wirklich starkes Stück Musik. (mt)