Ping Ping – On The Run

Oft bedarf es keiner jahrelangen Planung sowie einer endlosen Vorbereitungszeit, ein wirklich erstklassiges Album auf den Weg zu bringen. So etwa bei Ping Ping, dem gemeinsamen Projekt von Hubert Mauracher und Loretta Who, wo schon nach nur wenigen Monaten ein mehr als beeindruckendes Ergebnsis präsentiert werden kann. Was das Duo bietet, sind wunderbare Popsongs, die sich schon nach erstmaligem Anhören in den Gehörgängen festsetzen und diese auch nicht mehr so schnell verlassen. Dass das kürzlich erschienene Erstlingswerk „On The Run“ (Fabrique Rec.) durchaus Potential hat, groß durchzustarten, belegt zudem auch der Umstand, dass es von FM4 zum Album der Woche gekürt worden ist und sich die gleichnamige Single quasi in Dauerrotation befindet.

Dass diese Duokonstellation musikalisch so vortrefflich funktioniert, verwundert eigentlich nicht wirklich, handelt es sich bei dem Produzenten und Elektroniker Hubert Mauracher und der Sängerin und Songwriterin Loretta Who doch um zwei MusikerInnen, die ihr Wissen um die Formel für einen guten Popsong schon mehrmals unter Beweis gestellt haben. „On The Run“ ist in relativ kurzer Zeit entstanden und klingt dementsprechend auch sehr spontan. Was aber keinesfalls als Nachteil ausgelegt werden sollte, sondern mehr als ein großer Pluspunkt.

Nicht ein Song des Debüts klingt auch nur für einen Moment über- oder glattproduziert, vielmehr schimmert zwischen all den wunderbar eingängigen und süßen melancholischen Melodien, dem warmen elektronischen Gesamtsound und der bezaubernden Stimme der Sängerin Loretta Who immer auch eine gewisse Rohheit durch. Dadurch läuft das Duo auch zu keinem Zeitpunkt Gefahr, sich musikalisch in den Untiefen des Popmainstreams zu verlieren.

Nummern wie die aktuelle und extrem tanzbare Single „On The Run“,  das ebenfalls schon bekannte und eher reduziert gehaltene „Fly Butter Fly“ oder der verspielt wirkende Opener „Skin“ stehen für sich und funktionieren im Clubkontext genauso wie in den eigenen vier Wänden. Überhaupt weisen die Songs ein überaus weites Spektrum an Sounds auf, was die gesamte Sache auch zu einer sehr facettenreichreichen macht. Darüber hinaus strahlt die Musik, ob nun gewollt oder nicht, eine gewisse leichtfüßige Eleganz aus, die dem Ganzen zusätzlichen Charme verleiht.

An „On The Run“ dürften auf jeden Fall ausgewiesene Indie-Pop- und Rockfans genauso ihre Freude haben wie Liebhaber elektronischer Klänge. Gespannt darf man natürlich auch der Live-Umsetzung der neuen Lieder entgegensehen. (mt)