Der burgenländische Geigenvirtuose Toni Stricker hat ein altes Versprechen eingelöst und eine Messe geschrieben. Uraufgeführt wird diese am 13. Dezember im Wiener Radiokulturhaus. Das Werk lehnt sich im Stile an die schlichten Volksmessen, etwa eines Schuberts an und ist, für den Künstler so typisch, von der Musik des pannonischen Raums inspiriert.
Ohne Zweifel gehört Toni Stricker zu den prägendsten musikalischen Persönlichkeiten des Landes. Der 1930 in Wien geborene Geigenvirtuose erhält schon im zarten Alter von sechs Jahren seinen ersten Violinenunterricht. Eine Entscheidung die ihn später auch an das Konservatorium der Stadt Wien führte, von wo aus der Sohn einer Wiener Mutter und eines burgenländischen Vaters eine fast unvergleichliche Karriere startet. Er bespielt unzählige Jazzclubs und Tanzlokale und wird zum Inbegriff eines Swinggeigers. Es folgen Konzerttourneen, Plattenaufnahmen und Radio- und TV- Arbeiten in fast allen Ländern Europas. Mitte der 70er Jahre bricht Toni Stricker seine Zelte in Wien ab und übersiedelt ins Burgenland. Ein Schritt, der all sein musikalisches Schaffen fortan bestimmen sollte. Es ist die Ausgeglichenheit und Selbstverständlichkeit der Menschen des östlichsten Bundeslandes sowie die Schönheit der pannonischen Landschaft, die der künstlerischen Arbeit des Musikers einen neuen Sinn geben.
Die Idee eine Messe zu schreiben, entsprang aus einem Gespräch des Geigers mit dem damaligen burgenländischen Bischof Laszlo vor rund dreißig Jahren. Dieser setzte dem Geiger den Floh ins Ohr, doch eine Messe zu komponieren, welche, in einem zeitgenössischen Gewand verpackt, ganz in der Tradition der Volksmessen wie etwa eines Schuberts “Wohin soll ich mich wenden …” stehen sollte. Das Vorhaben nahm einige Jahre in Anspruch, doch nun ist sie fertig. Sie besteht aus einem Arrangement für gemischten Chor, Orgel und Solo-Violine, wobei diese natürlich von Toni Stricker selbst gespielt wird. Die Pannonischen Messe lässt klangliche Bilder und Stimmungen entstehen, wie sie nur das unverkennbare Geigenspiel des Burgenländers zu erschaffen in der Lage ist. (mt)
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