Osterfestival "Imago Dei" im Klangraum Krems/Minoritenkirche

Beim Festival “Imago Dei. Musik Literatur Performance zur Osterzeit” in Krems steht am Karsamstag ein Konzert mit Ernst Kovacic und dem Krenek-Ensemble auf dem Programm, am Palmsonntag feiert eine bunte, illustre Künstlerschar das Thema Revolution. Ab Gründonnerstag bis einschließlich Ostermontag folgen Annelie Gahl mit Nono, eine Live-Film-Performance (“Blue” von Derek Jarman) und die Cappella della Pietà de’ Turchini mit Vivaldi.

“Von der Würde des Menschen”lautet das Motto des von Jo Aichinger (Klangraum Krems) in Kooperation mit der Kremser Köchel-Gesellschaft, Musik Aktuell und der Ernst Krenek Institut Privatstiftung mit großer Ambition gestalteten Festivals, das bereits am 16. März mit einer Aufführung des Oratoriums “Elias” von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit dem Grazer Konzertchor und der Pannonischen Philharmonie gestartet wurde. Auch alle weiteren Konzerte finden in der Minoritenkirche in Krems statt.

 

Wie Musiker in der Trauer und im Leiden Würde bewahren, davon erzählt das Konzert des Krenek-Ensembles, das im ersten Teil Webern-Hommagen Ernst Kreneks, darunter der “Sinfonischen Elegie in memoriam Anton Webern op. 105”, nach der Pause dann Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du temps gewidmet ist – einem im Jänner 1941 in einem deutschen Kriegsgefangenlager uraufgeführten Werk, das an die Grenzen des musikalisch Vorstellbaren rührt (Sa., 31.3., 19.30 Uhr).

 

Revolution No 9 beginnt mit einem Revival des Beatles-Klassikers durch Hansi Lang (voc), Thomas Rabitsch (keyboard) und Wolfgang Schlögl (electronics), es folgen Interpolationen zu Mozart (Streichquartett in A-Dur, KV 581 aus dem Revolutionsjahr 1789) und Büchner (Dantons Tod) durch Bodo Hell (Rezitation), Renald Deppe (Klarinette) und dem Koehne Quartett. Anne Bennent (Stimme) und Otto Lechner (Akkordeon) begeben sich auf die Pfade der sexuellen Revolution der sechziger Jahre und ihrer (Wieder)-Aneignung der Texte von Simone de Beauvoir und Wilhelm Reich. Wolfgang Mitterer liefert die Musik zu Filmcollagen von Doron Goldfarb zu Eisensteins Stummfilm “Oktober-10 Tage, die die Welt veränderten” (1924). Den Abschluß bildet das 16-köpfige Lounge_Orchester: Talkin’ bout Revolution – von Henry Mancini bis Tracy Chapman (So., 1.4., 19 Uhr)

La lontananza nostalgica utopica futura

war Luigi Nonos vorletztes vollendetes Stück, das er 1988 für (und mit) dem Geiger Gidon Kremer schuf. Acht Tonspuren mit “Klangausrissen”, vom Klangregisseur live im Raum zu mischen, und das Live-Spiel einer Solovioline ergeben ein madrigalartiges intuitives Nebeneinander mehrerer Wanderer, Klangbahnen, die sich kreuzen. Es spielt Annelie Gahl, die Klangregie übernimmt Karlheinz Essl. Im zweiten Teil dieses Konzerts folgt ein Auftritt der Korsischen Vokalpolyphonie – sieben a-cappella-Sänger mit gregorianischen und liturgischen Gesängen aus Korsika (Do., 5.4., 20 Uhr).

 

Derek Jarmans letzter Film “Blue” wird in der Minoritenkirche in einer stumm gespielten Version gezeigt, die originale Musik wird live gespielt -der Komponist Simon Fisher Turner mischt die electronics gemeinsam mit Rainier Lericolais, der Schauspieler Black Sifichi rezitiert den Text (Fr., 6.4.). Den Abschluss des Festivals bestreiten die Solisten der Cappella della Pietà de’ Turchini mit barocken Werken von Vivaldi, Bononcini, Legrenzi und Bonporti und mit süditalienischen Tarantellas(Mo., 9.4.). Ergänzt wird das Programm von “Imago Dei” mit von der Cappella Music Sacra Krems gestalteten liturgischen Feiern in der Stadtpfarrkirche Krems/St. Veit und der Evangelischen Heilandskirche Krems (1., 5., 6.,7., 8. April)
hr

 

Ticket- und Infoline: 02732/90 80 33
tickets@klangraum.at
Vorverkauf Wien: Österreichisches Volksliedwerk. Operngasse 6, 1010 Wien, 01/51263 35-0

 

Foto Ernst Krenek © Ernst Krenek Institut Privatstiftung
Foto Annelie Gahl © Pressedownload Osterfestival Tirol
Foto Koehne Quartett (Revolution Nr.9) © Promofoto
Foto Karlheinz Essl – Klangregie zu Luigi Nonos La lontananza utopica futura © Helmut Lackinger