
ORF-Radios legen konkreten Vorschlag zur Anhebung des österreichischen Musikanteils vor Wien (OTS) – Der ORF präsentiert eine weitere Initiative zur Förderung und Unterstützung der österreichischen Musikschaffenden. Die ORF-Radios, für die die Zusammenarbeit mit der heimischen Musikwirtschaft vor allem auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein zentrales Anliegen ist, legen nach entsprechenden Verhandlungen einen konkreten Vorschlag zur Anhebung des österreichischen Musikanteils vor. Er sieht vor, noch in diesem Jahr den Anteil österreichischer Musik in den ORF-Radioprogrammen um 5 Prozent zu steigern.
Die ORF-Radios gehen mit dieser Initiative einen neuen Weg und laden für September Vertreter der Musikschaffenden ein, die Umsetzung dieses engagierten Vorhabens und vor allem die Zufriedenheit damit, in einem Dialoggremium gemeinsam mit Vertretern des ORF zu überprüfen.
Die Eckpunkte des vorgeschlagenen Maßnahmenkatalogs der ORF-Radios:
Der ORF bekennt sich in seinem Programmauftrag nicht nur zur besonderen Förderung österreichischer Musik, Musiker und
Musikschaffender, sondern verfolgt darüber hinaus das Ziel, die Bedeutung österreichischer Musik in der Wahrnehmung durch seine Hörerschaft substanziell zu steigern.
Der ORF will dazu folgende freiwillige Maßnahmen setzen:
1) Qualitätsvolle österreichische Musik war und ist fixer Bestandteil der Programmierung des ORF bei seinen Radiosendungen. Der ORF strebt an, in Zukunft noch mehr österreichische Musik als bisher zu senden. Für das Jahr 2009 ist eine Steigerung um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr vorgesehen. Die im ORF-Gesetz verankerte Programmhoheit des ORF bleibt jedoch unangetastet. Primäre Kriterien für den Einsatz von Musiktiteln in den ORF Radioprogrammen bleiben Qualität und Publikumsakzeptanz.
2) Der ORF stellt bereits jetzt in seinen Radiosendungen österreichische Musik, d. h. österreichische Komponisten, österreichische Interpreten und österreichische Musikproduzenten vor und weist in seinen Radiosendungen auf aktuelle Musikveranstaltungen und Konzerte hin. Der ORF plant, dies in Zukunft in noch stärkerem Ausmaß als bisher im Rahmen von thematischen Programmschwerpunkten und von Sachinformationen durchzuführen.
3) Zusätzlich zur Förderung österreichischer Musik im Rahmen von Radiosendungen (on air) ist es dem ORF ein Anliegen, österreichische Musikschaffende auch außerhalb von Radiosendungen (off air) zu unterstützen. Der ORF wird auch in Zukunft österreichische Musikschaffende bei Konzerten, Veranstaltungen, Wettbewerben und dergleichen nach Möglichkeit unterstützen.
4) Unter österreichischer Musik versteht der ORF grundsätzlich Werke der Tonkunst, Darbietungen von ausübenden Künstlern und Leistungen von Tonträgerherstellern, die von österreichischen Urhebern, österreichischen Interpreten bzw. von österreichischen Produzenten geschaffen bzw. erbracht werden/wurden. Auch “Coverversionen” können darunterfallen.
Als österreichisch gelten Personen, die die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen/besaßen, die längere Zeit hindurch ihren Lebensmittelpunkt oder ihren Produktionsstandort in Österreich haben/hatten oder die aufgrund der bisherigen Karriere oder ihres Images als Österreicher betrachtet werden/wurden – all dies unabhängig von Stil und Sprache.
5) Der ORF liegt nach statistischen Auswertungen hinsichtlich der Sendung nationaler Musik in seinen Radioprogrammen im europäischen Durchschnitt. Der ORF hält eine deutsche Sprachraumquote nicht für eine anstrebenswerte Maßnahme, da diese nicht zur Förderung österreichischer Identität geeignet erscheint.
6) Der ORF schlägt die Einrichtung eines paritätisch besetzten Dialoggremiums (runder Tisch) in Zusammenarbeit mit den österreichischen Musikschaffenden vor, das in regelmäßigen Zeitabständen die Entwicklung des heimischen Musikmarktes monitort, Ideen entwickelt und Vorschläge diskutiert. Während des laufenden Prozesses ist eine gemeinsame professionelle Kommunikationsbasis anzustreben, die gewisse Mindestqualitätsstandards nicht unterschreitet.
7) Der ORF wird bereits im September 2009 eine Evaluierung der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Ergebnisse vornehmen und zu einer Gesprächsrunde im Dialoggremium – mit der Zielsetzung einer weiteren schrittweisen Erhöhung des Anteils österreichischer Musik im Radio – einladen.
8) Der ORF kann sich darüber hinausgehende Maßnahmen zugunsten österreichischer Musikschaffender vorstellen, wenn auch die österreichischen Privatradios diese umsetzen.
