Wunderbar kunstvolle und irgendwo zwischen House, Techno und Minimalismus angesiedelte Elektronikklänge stehen am 25. Februar in der Lila Eule in Graz auf dem Programm. Zu Gast ist mit dem Wiener Zweiergespann Ogris Debris eine Formation, die mit ihrer sehr eigenwilligen und niveauvollen Version von elektronischer Tanzmusik nicht erst seit ihrer im 2010 bei Affine Records erschienenen EP „Aery“ in aller Munde ist.
Es gibt in der elektronischen Musik hierzulande erfreulicherweise immer noch viel Neues und Spannendes zu entdecken. Affine Records hat es sich auf die Fahne geschrieben, diesen Umstand auch einer breiteren und internationalen Öffentlichkeit mitzuteilen. Mit Erfolg. Die Namen der Acts, welche das Wiener Label inzwischen um sich schart, kann man durchaus auch als Speerspitze der jungen, kreativen heimischen Elektronikszene lesen. Unter anderem bei Affine veröffentlichen solch inzwischen im Ausland hohe Reputation genießende Soundkünstler wie Dorian Concept, The Clonious und JSBL. Ebenfalls zu dieser illustren und überaus gefragten Gruppe zählt das 2005 gegründete Wiener Duo Ogris Debris.
Wie Daniel Kohlmeigner und Gregor Ladenhauf, die beiden Köpfe hinter dem Projekt, den Begriff der tanzbaren Elektronikmusik neu zu definieren wissen und diesen auf eine vollkommen neue Bedeutungsebene heben, hat schon den Anstrich ganz großer Klangkunst. Was vermutlich auch daher rührt, dass die beiden Soundtüftler stark von herkömmlichen Produktionsweisen abweichen, um für sich neue Wege zu eröffnen. Überhaupt ist der Musik des sehr experimentierfreudigen Zweiergespanns etwas sehr Experimentelles und Kunstvolles inne. Die stilistischen Einflüsse von Ogris Debris sind äußerst vielfältig und reichen vom Funk über Jazz, Rock und Hip Hop bis hin zu den verschiedensten Formen elektronischer Musik.
Hat es schon einmal gegeben, werden manche einwerfen. Das ist zwar richtig, die Art und Weise aber wie die beiden Wiener all diese Elemente in Verbindung zu setzen wissen, aus diesen ihren ganz eigen Sound mit enorm hohem Wiedererkennungswert formen, ist schon eine Kategorie für sich. Überhaupt verstehen sich Daniel Kohlmeigner und Gregor Ladenhauf als wahre Meister im Vollziehen des schwierigen Spagats zwischen Gefälligkeit und Anspruch, ein Umstand, der seinen Ausdruck in ganz wunderbarer Form in den Stücken findet.
Ogris Debris beweisen, dass der elektronischen Musik immer noch ein innovativer Charakter inne wohnen kann, dass in Punkto Kreativität in diesem Genre noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Bleibt einzig zu hoffen, dass man von diesem Duo auch in Zukunft noch einiges zu hören bekommt. (mt)
Foto Ogris Debris: Andreas Waldschütz