
„Nn/Peaks“ entstammt dem von Kangding Ray 2006 auf Raster Noton veröffentlichten Album „Stabil“. Der Film Rozas trägt den Namen „Chaosmos“. So klar die beiden Kunstwerke sprachlich getrennt werden, so intensiv wirken sie sinnlich zusammen. Die Musik ertönt aus der Dunkelheit, das Bild erhellt und ein dunkler Punkt erscheint in der Ferne. Er gleitet auf den Betrachter zu, trifft auf eine imaginäre Oberfläche und gibt im Auseinanderfließen seine flüssige Eigenschaft preis. Rays sanfte synthetische Klänge werden von miniaturartigen Geräuschelementen, die unserer alltäglichen Soundscape entsprungen sein könnten, gestützt, geschmückt, angegriffen und beschnitten. Die flüssigen Elemente Rozas erobern die Bildfläche und erscheinen in immer neuen Kombinationen, Farben und Formen. Wer hier Visuals für Sound zu erkennen vermag hat weder hingesehen noch hingehört.
Auf dramatische Steigerungen folgt Beruhigung durch Bild und Ton. In der Dynamik sind sie sich einig, ihre Sychronität ist unstet. Sie bestimmen sich weder, noch bedingen sie sich. Sie verschmelzen auf einer Metaebene der sinnlichen Wahrnehmung durch den Betrachter. Roza und Ray präsentieren ein Gesamtkunstwerk, dessen ästhetische Natur sich schon bei alltäglicher Aufmerksamkeit erschließt, die Offenbarung ihrer beeindruckenden und faszinierenden Tiefe allerdings ist in der bewussten Wahrnehmung verborgen. Erst im tatsächlichen Hinhören und Hinsehen scheint dem Rezipierenden dieses audio-visuelle Zusammenspiel erfahrbar zu sein. Video und Musik erklären sich nicht gegenseitig, sondern entfalten sich in ihrer eigenen Abstraktion, um auf einer höheren Ebene zusammenzufinden und wunderbar zu wirken. Sehenswert, hörenswert, erlebenswert.
Lucia Laggner
Foto Kangdingray © Krijn van Noordwijk

