Neodisco auf Albumrelease-Tour

Würde sich Herr Schiller im Grabe umdrehen, wüsste er über die Verunglimpfung seines Werkes „Kabale und Liebe“ Bescheid? Vermutlich nicht! Denn was mit der Uraufführung dieses Dramas vor etwa zweihundertfünfzig Jahren als große literarische Strömung begann, hat sich mittlerweile zum akustischen Sturm und Drang gewandelt. Die „jungen Wilden“ der heutigen Zeit nennen sich Neodisco, agieren fortlaufend zwischen Genie und Wahnsinn und bringen nach langer Wartezeit endlich ihren ersten Longplayer auf den Markt. Das epochale Werk gleicht Schillers Drama höchstens dem Namen nach, ansonsten hat „Krawalle und Liebe“, das am 26. April veröffentlicht wird, äußerst wenig mit einem „bürgerlichen Trauerspiel“ zu tun.

Die jungen Steirer haben sich mittlerweile auch im Rest von Österreich-  nicht nur aufgrund enormer Webpräsenz- einen Namen gemacht. Die zahlreichen Tracks, welche die Formation hauptsächlich als Gratis-Download ins Netz gestellt haben, wurden von Rap-, Elektronik- wie auch Popmusik-Foren durchwegs positiv aufgenommen. Somit sollte belegt sein, dass Neodisco stilistisch in keine Schublade zu stecken sind. Vom feiertauglichen Prolo-Rap, andächtigen Regional-Hymnen bis hin zu akustischen Nachdenk-Balladen ist in ihrem Repertoire so gut wie Alles zu finden. Zumindest hat sich das, was vor vielen Jahren mehr oder weniger als Schulband mit Hang zu mittelmäßigen, englischen Gitarrensongs begann, mittlerweile zu einem ernstzunehmenden, deutschsprachigen Projekt gemausert.

Sebastian Hofer und die Brüder Nikolaus und Georg Nöhrer arbeiten nicht ausschließlich an eigenem Material, sie stehen auch diversen Musikerkollegen als Produzenten tatkräftig zur Seite. Und dass die Jungs nicht nur mit amüsanten wie intelligentem Sprechgesang von sich zu überzeugen wissen, sondern nebenher auch ihre Instrumente äußerst gut beherrschen, davon kann man sich aktuell auf der Facebook-Seite des Trios ein Bild machen. Seit Anfang April stellen Neodisco bis zum Datum der Album-Veröffentlichung wöchentlich ein Unplugged-Video online. Diese von ihnen betitelte „Schlafzimmertour“ soll einen akustischen Vorgeschmack darauf geben, was die Hörer vom  Longplayer zu erwarten haben.

Ganze sechzehn Tracks wird Dieser, für den Neodisco viele Monaten ihr Herzblut reingesteckt haben, beinhalten. „Krawalle und Liebe“ stellt sich als eine Wunderkammer der zahlreichen
Stilmittel heraus. Ambitionen zu brachialen Party-Exzessen („Kultus“, „Platz“) sind ebenso gegeben, wie Weltuntergangs-Prognosen („Schall und Staub“), romantische Liebesbekundungen („Dieses Lied“) oder Heimat-Oden („Sommer in Stubenberg“). Beim eigenwilligen Neodisco-Sound  bleibt kein Stein auf dem anderen. Harte Basslines und elektrifizierte Gitarren finden genauso ihren Platz auf der Platte, wie retrolastige Sythieklänge und pure Instrumentierung. Somit sollte jeder Hörer auf seine Kosten kommen.

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So sehr es die drei Jungs verstehen sich ausgeklügelte Texte auszudenken, so große Engagement steckt das Trio in die Promotion ihres Debütwerks. Neodisco haben auf ihrer Bandpage einen Contest gestartet, bei dem Fans und Hobby-Soundtüftler aufgefordert werden, einen Remix zur Vorab-Single „Dieses Lied“ zu gestalten. Noch bis 24. April können die Werke eingereicht werden. Nur zwei Tage darauf steht dann das vielseitige Album als CD, Vinyl und Download zum Verkauf bereit.

Wer die neuen Songs schon vorab hören möchte, denen sei geraten morgen Abend die Grazer Location p.p.c. aufzusuchen. Dort spielen Neodisco ihre erste Album-Release-Show. Weiter geht es anschließend in Berlin und Wien. (bw)

Konzerttermine:

20. April: p.p.c. /Graz
26. April: Rosis / Berlin (D)
30. April: Fluc/ Wien

Foto: Marion Luttenberger

http://www.facebook.com/neodisco