
“Heurigenlieder in Hitform” – Modernes Wienerliedgut mit Popeinflüssen steht am 29. Dezember im Bertholdsaal in Weyer auf dem Programm. Mit der Neigungsgruppe (Sex, Gewalt und Gute Laune) steht jene Formation auf der Bühne, die sich aus bekannten FM4 Größen zusammensetzt und sich ganz den modernen “Wienerischen” Klängen in all seinen Facetten verschrieben hat. Mit im Gepäck hat die Truppe an diesem Abend ihr in diesem Jahr erschienenes Album “Wellen der Angst”.
Wohl eher aus Spaß, denn aus Ernst haben sich die vier Herren des populären Radiosenders FM4 vor einiger Zeit zusammengefunden, um gemeinsam ihrem Hobby – der Musik – nachzugehen und eine Band ins Leben zu rufen. Nun, aus dem Plan dieses Projekt nur zum eigenen Vergnügen zu betreiben, ist recht schnell eine ernsthafte Sache erwachsen, welche ein breiteres Publikum (nicht nur FM4-Hörer) zu begeistern vermochte. Die Neigungsgruppe (Sex, Gewalt und Gute Laune), der neben Fritz Ostermayer auch noch Christian Fuchs, Robert Zikmund und David Pfister angehören, überraschte von Beginn an mit einer originellen und facettenreichen Mischung aus modernem Popliedgut und ihrer ureigenen Version des Wienerlieds. So wurden auf dem ersten Album “Goodnight Vienna” Songs von internationalen Größen wie Pete Doherty oder Nick Cave ins Wienerische übertragen, wodurch diese, den für diese Stadt so typischen Flair entwickelten. Aber auch die eigenen Kompositionen entpuppten sich schnell als wahre Perlen. Da wurde gegrantelt und geschimpft, stilvoll resigniert und melancholisch sinniert, ganz in der Tradition des Austropop der späten siebziger Jahre.
Mit “Welle der Angst” erschien in diesem Jahr das zweite Werk der Radiomacher. Was auffällt ist, dass die Herren ihrem Stil im Großen und Ganzen treu geblieben sind, inzwischen ihren eigenen Kompositionen aber mehr Raum lassen. Nur noch fünf Coverversionen, u.a. von John Cale, MGMT und TV On The Radio, haben ihren Weg auf das Album gefunden. Die restlichen sieben Songs stammen aus eigener Feder, wobei jedes Mitglied seinen Teil dazu beigesteuert hat. Wie gewohnt bewegt sich die Truppe, die mit Sir Tralala ein neues Mitglied in ihren Reihen begrüßen darf, zwischen tiefschwarzem Humor, Selbstironie und künstlich überhöhtem Elend. Musikalisch hat sich nicht allzu viel verändert, einzig, dass die Arrangements nun deutlich ausgefeilter klingen. Erfreulich ist, dass die Band, trotz dieses Entwicklungsschrittes, nichts von ihrem räudigen Charme eingebüßt hat.(mt)

Neigungsgruppe (Sex Gewalt und gute Laune)
Kulturverein Frikulum