Zeitgenössische Musik entdecken – neue Hörerlebnisse wagen!
CLOSE UP – Musik nah und neu, kuratiert von Irene Suchy, lädt ein, sich auf ungewohnte Klänge einzulassen, musikalische Grenzen auszuloten und die Vielfalt der Neuen Musik zu erleben. Ohne Vorkenntnisse – nur mit Offenheit und Neugier. Die Konzerte ermöglichen es, den Schaffensprozess der Komponist:innen nachzuvollziehen und ihre Intentionen besser zu verstehen.
Für Schulen gibt es neben Vorstellungen am Vormittag auch ein maßgeschneidertes Vermittlungsprogramm, das Schüler:innen ab der 2. Klasse Volksschule – KIDS – bzw. ab der 6. Schulstufe (2. Klasse MS/AHS) – JUNIORS – anspricht. Ergänzend zu den Konzerten werden Workshops für Pädagog:innen, Unterrichtsmaterialien und interaktive Inhalte bereitgestellt, um die Neue Musik noch lebendiger erfahrbar zu machen.
Zum Projekt:
Das MuTh bietet mit der Reihe CLOSE UP – Musik nah und neu ein Musikvermittlungsprojekt, das Neue Musik als den Klang der Zeit erfahrbar und zugänglich macht. Die Konzerte verbinden Musik und Diskurs und sind für Musikliebhaber:innen jeglicher Erfahrungsstufen konzipiert. CLOSE UP Konzerte findensowohl als reguläre Abendvorstellung, als auch als Schulvorstellung vormittags statt – das Vermittlungskonzept lädt in beiden Szenarien zu vielfältiger Partizipation und Interaktion zwischen Publikum und Musiker:innen ein. Das gemeinsame Erleben und Erkunden Neuer Musik steht im Mittelpunkt, mit und ohne Vorkenntnisse. Jedes Konzert beinhaltet auch ein interaktives Stück, das nach bzw. in einem Diskurs über das jeweilige Thema entsteht und im Konzert von allen Beteiligten gemeinsam zum Klingen gebracht wird: Die Konzertgäste werden zu aktiven Mitgestalter:innen.
“Zeitgenössische Musik braucht Räume, in denen sie erkundet und erlebt werden kann – und genau solche Räume wollen wir im MuTh schaffen. Mit unseren Projekten in der kommenden Saison möchten wir zeigen, dass diese Musik für jede:n zugänglich ist, wenn man sich nur darauf einlässt. Es ist uns wichtig, Berührungsängste abzubauen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich das Publikum offen und neugierig mit neuen Klängen auseinandersetzen kann. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam spannende Entdeckungen machen werden.”
Elke Hesse, Direktorin des MuTh
DIE STIMMEN DER TIERE
Musikalischer Tierschutz
MO 29. SEPT 2025 | 19:30 Uhr
Di 30. SEPT 2025 | 10:00 Uhr
Teresa Kalabova & Johannes Gugg Klavierduo
Judith Fliedl Violine
Es ist Zeit den Wandel zu bemerken: Vögel verändern ihre Reisegewohnheiten, ihre Reiserouten, sie verändern sogar ihren charakteristischen Ruf. Die Forschung erkennt, dass die Rufe der Vögel zeigen, wie es um unsere Umwelt steht. In diesem Konzert tanzt eine Tarantel nach Noten Sergej Rachmani- nows und 10 Finger erspielen den Klang eines Spinnennetzes nach Noten von Susanne Stelzenbach. Gershwin führt einen Hund spazieren und der große französische Komponist Olivier Messiaen komponiert Vogelgezwitscher, sodass wir ihn lauschend auf seinen Waldspaziergängen begleiten dürfen, die ihn inspirieren. Bei Carola Bauckholts „Doppelbelichtung“ wird munter weiter gezwitschert, von einer Solo-Geige mit elektronischer Verstärkung.
Wir alle stimmen ein in eine große Vogelmusik-Improvisation! Mit Alexej Igudesman, dem humorvollsten Komponisten in Österreich, betreten wir einen Zoo aus fröhlichen Tieren: Funny Animals. „Ferdinand der Stier“ von Alain Ridout rundet das Konzert ab: Die schönste pazifistische Tiergeschichte rund um einen kampfunwilligen Stier, der ein Leben unter blühenden Blumen der Arena vorzieht. Judith Fliedl spielt und spricht diese wunderbare Erzählung von einer freundlichen Welt, in der Tier und Mensch gedeihlich zusammenleben.

SPRACHENVIELFALT IN WIEN
Neue Vokalmusik zwischen Sprache, Gesang und Gestik
MO 17. NOV 2025 | 19:30 Uhr
DI 18. NOV 2025 | 10:00 Uhr
In Kooperation mit Wien Modern
Ensemble REIHE Zykan +
Anna Hauf Stimme
Katharina Gebauer Stimme
Richard Klein Stimme
Gernot Heinrich Stimme
Gebhard Heegmann Stimme
Michael Mautner Musikalische Leitung
Wien zeichnet sich durch eine besonders große sprachliche Vielfalt aus: Die Stadt spricht Farsi, Pashtu, Serbisch, Kroatisch und Slowenisch, Türkisch, Arabisch u.v.a. Dazu kommen die Ausdrucksvielfalt der (sozialen) Medien und eine junge Generation, die in Bildern, Zeichen und Gesten spricht – von alles gucci bis wyld, von token und trigger bis cringe.
Zu erleben sind ausgewählte Stücke am Schnittpunkt von Sprechen, Singen, Bewegung, Gestik und Komposition: Ein legendärer Klassiker der Sprachmusik, die Ursonate von Kurt Schwitters, lässt auch in der Ensemble-Version von Michael Mautner sinnlose Silben zur formalen Struktur werden.
Otto M. Zykans Krüppelsprache, nach einem Text von Wolfgang Bauer, kreist um das verzweifelte Ringen darum, Gedanken in Sprache auszudrücken. Das Stück Inszene 1 von Helmut Heißenbüttel und Otto
M. Zykan komponiert Sprache in ihrem umfassenden Sinn: Sprechen und Singen erfordern Atmen, Bewegen des Mundes, der Zunge, des Körpers, der Hände. Aktionen der fünf Performer:innen werden zum Ausgangspunkt des interaktiven Parts dieses Konzerts.
In diesem Spannungsfeld zwischen Sprache, Musik und Bewegung setzen wir gemeinsam mit Wien Modern, Austrian Composers und dem Ensemble REIHE Zykan+ einen weiteren Akzent: Ein Kompositions- auftrag zum Thema „Vielfalt der Sprache(n) in Wien“ lädt dazu ein, neue künstlerische Perspektiven auf die sprachliche Vielfalt der Stadt zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Ausschreibung werden im Rahmen dieses Konzerts präsentiert.

RAG UND STEPP
Tanz, Klavier und Bass
MO 16. DEZ 2025 | 19:30 Uhr
DI 17. DEZ 2025 | 10:00 Uhr
Sabine Hasicka Stepptanz
Alexander Lackner Kontrabass
Mitra Kotte Klavier
Die Füße spielen mit – nicht nur in Filmausschnitten von Fred Astaire und Ginger Rogers. Auch Legenden brauchen Lehrer, die Stepptanz- Ikone machte ihre ersten Schritte mit John Bubbles, stilistisch prägend war Bill Bojangles Robinson. Ein paar Schritte lernen wir alle auch (bitte Schuhe mit gut klingenden Sohlen wählen)!
Allerlei Kombinationen erklingen: „Pom Pom Redux“ – ein Duo für Klavier und Stepptanz in einer Kom- position von Alexander Lackner, ein „Jazz Nocturne“ von Dana Suesse für Klavier solo, der großen Gershwin-Zeitgenossin, sowie zwei Sätze aus Igor Strawinskys Sonate aus 1924, gewidmet der bedeutenden Mäzenin Winaretta Singer-Polignac. Mitra Kotte und Sabine Hasicka spielen und tanzen Standards aus Gershwins „American Songbook“ und „Black diamond“ – ein Ragtime von Grace Bolen.

TISCHMUSIK UND KÖRPERKLANG
Alltagsgeräusche werden Musik – experimentell & überraschend
MO 26. JÄN 2026 | 19:30 Uhr
DI 27. JÄN 2026 | 10:00 Uhr
Schlagwerk Wien Ensemble
Hannes Schöggl
Benedek Bogáthy
Aljosa Marko
Veronika Klavzar Harfe
Alltagsgesten, Alltagsgeräusche – zur Komposition verdichtet! Sechs Hände machen Musik, das Instrument ist ein Tisch: So entsteht Terry de Weys „Musique du Table“. Auf dem Tisch spielen nun eine Flasche und ein Glas: mit diesen Requisiten geben die stimmlich und theatralisch viel erprobte Harfenistin Veronica Klavzar und der Percussionist Hannes Schöggl „Retrouvailles“ von George Aperghis. „Intersections“, von Hannes Schöggl und Veronika Klavzar, verbindet in einer interdisziplinären Konzertperformance mit drei Performern zeitgenössische Musik und Bewegung. Nicht nur das Instrument, auch der Körper spielt klingend mit. Eine experimentelle Musik- und Bewegungskomposition, die nicht nur traditionelle Vorstellungen von Harfenspiel sprengt, sondern auch neue Perspektiven auf die Frage eröffnet, was Tanz und was Musik ist, was die beiden trennt und wie viel sie gemeinsam haben.
Gefühle des menschlichen Alltags wie Zärtlichkeit, Einsamkeit, Abhängigkeit, Faszination, Begeisterung, Eifersucht, Neid, Gemeinschaft, Einheit, Gleichheit kommen in den einzelnen Szenen des Werks zum Vorschein. Hannes Schöggl hat für drei Münder Christian Morgensterns „Fisches Nachtgesang“ komponiert: Feinste Mouth-Percussion als interaktive Animation – das Publikum wird zum Schnalzen, Schmatzen, zu Lippen- und Kussgeräuschen und zu Zungengymnastik angeregt!
Unser Programm lässt alles erklingen, was uns zur Verfügung steht, alles wird zu Percussion-Instrumenten. Melodiöser Kontrast ist die Harfe – ein Instrument, nicht nur gern von Frauen gespielt, sondern auch von Komponistinnen bedacht. Ein Satz aus „Germaine Tailleferres Sonata“ wird weitergeführt und verwandelt in eine neue Komposition auf der E-Harfe, wobei die Essenz und die Eindrücke des Originals in einem neuen Licht erscheinen.

TAMAGOCHI UND ANIMÉ
Kindheit und Musik in Japan
MO 23. MÄRZ 2026 | 19:30 Uhr
DI 24. MÄRZ 2026 | 10:00 Uhr
Irena Manolova Marimba
Tomas Golinsky Marimba
Dieter Strehly Shakuhachi
Gaby Zechmeister Koto
Die Kindheit ist in Japan ein besonderes Thema: Wie Kinder feiern und spielen, welche Rechte und viel mehr Pflichten sie haben, wie der Tagesablauf gestaltet ist, welche Regeln in der Schule gelten, wie Instrumente gelehrt werden, welche Rituale in den Musikstunden gelten, und wie die Musik aufgeschrieben wird – all das erzählen wir zwischen der Musik.
Die japanische Musik liebt das Marimba: Keiko Abe komponierte „Reflections on Japanese Children’s Songs II” für Marimba Duo. Die Marimba als modernes Instrument des 20. Jahrhunderts fügt sich wunderbar zusammen im Duo mit der Bambus-Flöte Shakuhachi. Marimba und Shakuhachi spielen eine Komposition ihres Meisters Hosan Yamamoto.
Dieter Strehly hat ein Jahr lang in Japan Shakuhachi – eine Bambuslängsflöte – studiert, Gaby Zechmeister hat das Studium der Wölbbrettzither Koto gemeistert. Die Koto wird in Japan ehrfürchtig O-Koto genannt, die Performance beginnt mit einer Verbeugung. Als österreichische Erstaufführung erklingt ein Duo des japanischen Komponisten Dai Fujikura „Kodama“ – ein Lobgesang an Baumgeister und Gespenster!

MAGISCHE FILMMUSIK
Von kleinen Zauberern und mächtigen Ringen – mit symphonischem Blasorchester
MO 18. MAI 2026 | 19:30 Uhr
DI 19. MAI 2026 | 10:00 Uhr
Akademische Bläserphilharmonie Wien
Andreas Simbeni Musikalische Leitung
Alles, was man nicht von Blasmusik erwartet: Junge Musiker:innen, eine Teenager-Komponistin, Filmmusik zum Zauberer Harry Potter und zum Fantasiereich in Herr der Ringe. Das junge symphonische Blasorchester, gegründet 1994, mit Sitz an der Technischen Universität Wien besteht aus Student:innen und Absolvent:innen der Wiener Universitäten und aus Musiker:innen unterschiedlicher Berufs- aber auch Altersgruppen. Symphonische Blasmusik ist selten im Konzertleben zu hören, nichtsdestotrotz attraktiv für Spielende und Hörende!
Die Originalkompositionen dieses Programms stammen von David Maslanka –„Mother Earth“, vom Dirigenten Andreas Simbeni – „Night Sky“ und von der jungen Emily Louise Beauchamp – „DOOMED“. Filmausschnitte begleiten Johan de Meijs Symphonie Nr.1 „Herr der Ringe“, daraus der 1. Satz – „Gandalf“ und die Harry Potter Suite. Auch vor dem Jazz macht das Orchester nicht halt: Artie Shaws Klarinettenkonzert führt uns in die Swing Zeit des 20. Jahrhunderts, die er maßgeblich prägte.
Link:
MuTh
