
Nicht nur geographisch liegen zwischen Finnland und Österreich mehrere hundert Kilometer. Auch im Bereich der musikalischen Tradition klafft eine große Distanz zwischen diesen beiden Ländern. Zwar kennt man einander, so richtig zusammengearbeitet hat man aber bisher noch nicht. Und das, obwohl Wien genauso wie Helsinki zu den großen europäischen Zentren der Weltmusik zählen. An beiden Orten haben sich gerade in den vergangenen Jahren ungemein lebendige Szenen gebildet, die auch international Beachtung finden.
Der Ausgangspunkt dieser Zusammenarbeit geht daher auch eher auf einen Zufall zurück. Eines Tages lauschte Pekka Lehti Peter Rosmaniths CD “Schneesand” und war vom ersten Moment an von dessen Musik angetan. Schnell erkundigte er sich, ob einen Zusammenarbeit überhaupt möglich sei. Ohne lange zu zögern, sagten Peter Rosmanith und Miki Liebermann zu. Das war 2008.
Was diese beiden Duos eint, ist vor allem ihre ausgeprägte Offenheit verschiedensten Genres gegenüber. Zudem werden sie in ihren Arbeiten vom Interesse und der Neugier nach Neuem angetrieben. Grenzen setzen sich die vier MusikerInnen bewusst keine. Ansätze des Jazz finden in der Musik daher genauso Eingang, wie Elemente des Folk und der Weltmusik. Nur eben aus unterschiedlichen kulturellen Perspektiven heraus.
Akkordeonist Markku Lepistö und Bassist Pekka Lehti sind in der europäischen Szene schon lange keine Unbekannten mehr, spielten beide doch bei der ersten weltweit erfolgreichen finnischen Jazzformation Värttinä. Zudem sind Beide als Festivalveranstalter und Labelbetreiber höchst aktiv.
In Sachen Facettenreichtum und Stilviefalt stehen Peter Rosmanith und Michaela Liebermann ihren beiden finnischen Kollegen um nichts nach. Der in Gmünd geborene Schlagwerker Musiker hat in seiner Karriere mit seinem umfangreichen Percussionsgepäck bereits viele nationale sowie internationale Konzertbühnen bereist. Als Sideman war er unter anderem für Otto Lechner, Klaus Trabitsch, die Bethlehem Allstars, Christina Zurbrügg und Liederlich Spielleut tätig. Darüber hinaus machte er schon als Komponist und auch Musiker bei zahlreichen Theater- und Hörspielproduktionen einen Namen, darunter beispielsweise beim Theater der Jugend, Gruppe 80 oder Theater ohne Grenzen.
Michaela Liebermann studierte klassische Gitarre an der Wiener Musikhochschule, bevor sie sich später auch anderen Musikrichtungen zuwandte. Sechs Jahre lang war sie Mitglied bei Dr. Kurt Ostbahn’s Chefpartie. Zudem kann sie auf Charterfolge sowohl unter eigenem Namen als auch mit der international erfolgreichen Band Ballyhoo verweisen. Als Komponistin, Arrangeurin und Musikerin wirkte sie auch an einer Vielzahl von CD- und Theaterprojekten mit.
Das Konzert im Radiokulturhaus ist praktisch eine Art Weltpremiere. Die BesucherInnen erwartet eine musikalische Reise, die sie durch die unterschiedlichsten Klangtraditionen führt und deren Ziel sich vermutlich erst am Ende offenbart.(mt)