
Anstatt sich auf altbewährte und erfolgsversprechende Rezepte zu verlassen, geht Mika Vember auf „Our Lady Of The Loops” einen Schritt weiter. Und zwar einen, der sie vom Erfolgssound des Debüts wegführt. Musikalisch ist es der Sängerin und Gitarristin, die 2008 ihr Literaturstudium mit Schwerpunkt angloamerikanischer Literatur beendet hat, einmal mehr gelungen, ihre unverwechselbare musikalische Sprache zu verfeinern. Das Ziel der 31-Jährigen, die einst in Clara Luzias als Percussionistin tätig war, ist es vor allem, eine ganz eigene Version anspruchsvoller Popmusik zu entwerfen, eine, die zu keinem Zeitpunkt Gefahr läuft, in den Untiefen des Mainstreams hängen zu bleiben.

Wie schon auf dem Debüt beweist Mika Vember auch auf „Our Lady Of The Loops” ihr ausgeprägtes Musikverständnis sowie das Gefühl für spannende Arrangements und wunderbar gefühlvolle Melodien. Wiederholungen gibt es auf dem zweiten Album daher keine, jeder der einzelnen 12 Lieder steht für sich. Noch nach dem zwanzigsten Durchlauf offenbaren diese immer noch Geheimnisse.
Die Musik der 31-Jährigen geht, auch aufgrund der anspruchsvollen Texte der Sängerin, in die Tiefe und schafft eine ungemein dichte Atmosphäre, der man sich als HörerIn nur schwer entziehen kann. Sollte der große Hype um die Wiener Singer/Songwriterszene einmal abebben (hoffentlich nicht allzu bald), sind es vermutlich KünstlerInnen wie Mika Vember, die sich auch weiterhin behaupten werden können. (mt)
Foto Mika Vember © Ute Zötsch
Mika Vember