Auf Antrag aller im Parlament vertretenden Parteien findet am 3. Juni 2008 im Nationalrats-Sitzungssaal des Parlamentsgebäudes eine parlamentarische Enquete mit dem Thema “ZukunftsMusik. Aktuelle Herausforderungen und musikalische Entwicklungsperspektiven in Österreich” statt. Für die Präsidentenkonferenz, eine auf Initiative von mica-music austria gegründete regelmäßige Zusammenkunft von Organisationen des österreichischen Musiklebens, ist damit ein lange vorbereiteter Wunsch in Erfüllung gegangen. Durch die im Vorfeld von mica – music austria koordinierten Vorbereitungen ist ein historisch einmaliger Themenkatalog im Konsens mit allen am österreichischen Musikleben beteiligten Organisationen von KomponistInnen, MusikerInnen und VertreterInnen der Wirtschaft entstanden. Ein Themenkatalog, der auch über die Enquete hinaus ein Arbeitsprogramm darstellt.mica – music austria präsentiert im Rahmen dieser Artikelserie die teilnehmenden Organisationen.
10 JAHRE KULTURKONZEPTE
Seit nun bereits über zehn Jahren bildet das Institut für Kulturkonzepte KulturmanagerInnen aller Sparten weiter und hat österreichweit das vielfältigste Angebot an Seminaren und Lehrgängen für Kulturmanagement, das von der Sommerakademie für Studierende bis zum Universitätslehrgang für Führungskräfte im Kulturbetrieb reicht.
Anlässlich unseres Jubliäums 2004 haben wir von September 2004 – Jänner 2005 ein Gewinnspiel veranstaltet. Auch konnten Sie die Geschichte des Instituts für Kulturkonzepte in fünf Etappen nachlesen.
1994/1995: “KLEINE SCHRITTE”
Die Idee zur Gründung des Instituts für Kulturkonzepte haben in Wien im Jahr 1994 drei Personen: Nina Bernert, Georg Galambfalvy und Karin Wolf. Sie haben in den beiden Jahren davor gemeinsam ein großes Ausstellungsprojekt (SOS Aufbau Wohnen) organisiert, und möchten die erfolgreiche Teamarbeit fortsetzen und gemeinsam etwas entwickeln, das es zu dieser Zeit noch nicht gibt: kostengünstige, kompakte und praxisorientierte Fortbildung für Kulturschaffende. Schritt für Schritt werden Wochenendseminare zu Basis-Themen wie “Projektorganisation” und “Pressearbeit” entwickelt. Ein Büro in der Seidengasse 26 wird gefunden, und die ersten Seminare finden am Wochenende am Besprechungstisch im Büroraum selbst statt. Der Verein beantragt keine Grundsubvention, da er sich nicht von öffentlichen Stellen abhängig machen möchte. Wenn in den nächsten beiden Jahren die Idee von den Zielgruppen angenommen wird, dann soll das Programm erweitert und fortgesetzt werden. Um mittelfristig überleben zu können müssen vorerst zusätzliche Tätigkeitsfelder gefunden werden, wie z.B. Pressearbeit, die als Dienstleistung für Kulturprojekte und KünstlerInnen durchgeführt wird.
Einen ganz wichtigen Beitrag zum Fortbestehen des Instituts leistet in dieser existenziell sehr unsicheren Gründungsphase das Projekt “Image & Investition – Klein- und Mittelbetriebe fördern Kunst”, das von der damaligen Bundes-Kunstkuratorin Stella Rollig (heute Direktorin des Lentos-Kunstmuseum Linz) unterstützt wird. Mehrere Monate lang beschäftigt sich das Institut für Kulturkonzepte mit Aspekten des Kunstsponsoring, führt Interviews mit UnternehmerInnen und KünstlerInnen und veranstaltet Workshops und Diskussionsrunden zum Thema.
Die ersten beiden Jahre vergehen schnell und es scheint, als ob die Idee aufgeht: die Reaktionen auf das Seminarprogramm sind mehrheitlich positiv. Langsam wird das Profil des Instituts erkennbar, das von den Schwerpunkten und Interessen der Gründungsmitglieder geprägt ist: Empowerment des Kultursektors durch Fortbildung und Beratung, innovative Kooperationen zwischen Wirtschaft und Kunst und Pressearbeit für Kulturprojekte.
1996/1997: “NEUE RÄUME”
Im dritten Jahr des Bestehens werden die Seminarthemen erweitert und Spezialthemen wie “Chaos und Recht”, “Rhetorik” oder “EU-Kultur” angeboten. Manche der Themen werden beibehalten, andere verändern sich oder werden nur wenige Male durchgeführt – es ist eine Phase des “trial and error” – an welchen Themen besteht Bedarf in der Kulturszene? Die Seminare finden nicht mehr ausschließlich in den Räumen des Instituts statt: es gibt österreichweit unterschiedliche Vereine und Organisationen, die Seminare gemeinsam mit dem Institut für Kulturkonzepte durchführen, wie z.B. Kunstschule Wien, Alpha-Frauen für die Zukunft, Österreichische Hochschülerschaft, die Kulturplattform Oberösterreich, Arge Region und Pädagogische Institute. Ende 1996 tritt die Kulturabteilung der Stadt Wien an das Institut heran mit dem Auftrag, Seminare für die freie Szene durchzuführen. Gemeinsam wird die Idee des “Weiterbildungs-Service” entwickelt, der Wiener Kulturschaffenden den Besuch eines Seminars um umgerechnet 35 Euro ermöglicht – den Rest der Teilnahmegebühr übernimmt die Kulturabteilung. Dieses Angebot schlägt ein wie eine Bombe und das sehr erfolgreiche Programm überlebt verschiedene Kulturstadträte, bis es sechs Jahre später überraschend abgesetzt wird.
Im Jahr 1997 beteiligt sich das Institut für Kulturkonzepte an der Sommerakademie des Vereins KulturAXE auf Schloss Topolcianky in der Slowakei – ein erster Schritt über die Grenzen, dem in den kommenden Jahren weitere folgen werden. Im Herbst 1997 übernimmt auch die Kulturabteilung des Landes Salzburg die Idee der geförderten Seminare, die einige Male auf Schloss Goldegg durchgeführt werden. Zur selben Zeit bezieht das Institut neue Räume in der Gumpendorfer Strasse 9, gemeinsam mit der PR-Agentur “Löwe und Partner”. In dieser Zeit übernimmt das Institut auch die Pressebetreuung von KünstlerInnen und Kulturprojekten, wie z.B. Barbara Kraus, Daniel Aschwanden und G.R.A.M.
Das Institut befindet sich noch immer in der Gründungsphase. Das anhaltend positive Echo auf die verschiedenen Aktivitäten macht Mut, aber es ist immer noch schwer, mehr als ein Jahr im voraus zu planen. Mit der Verbreiterung des Angebots tauchen auch Fragen auf: Wo sollen in Zukunft Schwerpunkte gesetzt werden, welche Geschäftsfelder sind tragfähig, welche Art von Fortbildung und Beratung wird im Kultursektor gebraucht?
1998/1999 “WIEN – BERLIN”
Im Jahr 1998 vergrößert sich der Aktionsradius des Instituts weiter: es werden Seminare in fast allen Bundesländern durchgeführt. Ein Großteil der AuftraggeberInnen und KooperationspartnerInnen sind Pädagogische Institute, die LehrerInnen fortbilden. Unter dem Titel “Unternehmen Kunst” organisiert das Institut ein zweitägiges Symposium in Berlin, zu dem KünstlerInnen und Kulturschaffende eingeladen sind. “Kulturmanager sehen sich als Sendboten einer neuen gesellschaftlichen Ordnung, die Kunst als Ware und künstlerisches Schaffen als Dienstleistung begreift. Da ist allerdings noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, vor allem bei den Kunstschaffenden selbst. Auf Einladung der Berliner Agentur “Artefakt” und des Wiener “Instituts für Kulturkonzepte” diskutierte man darüber, inwieweit man die beiden sich misstrauisch beäugenden Bereich Kultur und Wirtschaft einander näher bringen könnte – auch jenseits der engen und wenig ausbaufähigen Strukturen des Sponsoring.” (Zitat Berliner Zeitung 20.4.1998)
Im Juni startet Karin Wolf eine einjährige Fortbildung zu internationalem Kulturmanagement: “European Diploma for Cultural Managament” der Fondation Marcel Hicter (www.fondation-hicter.org). Dreißig KulturmanagerInnen aus achtundzwanzig Nationen treffen aufeinander und es entstehen Freundschaften und Kontakte, die in den kommenden Jahren die internationale Arbeit des Instituts maßgeblich prägen werden.
Im Jahr 1999 wird der offensichtlich erfolgreiche Kurs fortgesetzt und die Seminare im wesentlichen beibehalten und ausgebaut. Zum ersten Mal wird im Sommer in Graz ein spezielles Programm für Studierende angeboten: die Sommerprojektwoche, aus der sich im Lauf der nächsten Jahre die dreiwöchige “Sommerakademie für Kulturmanagement” entwickelt. Intern kündigen sich ab der zweiten Jahreshälfte einschneidende Veränderungen an: Georg Galambfalvy entschließt sich, mit Jahresende Wien zu verlassen und seine Arbeit in Berlin fortzusetzen.
2000/2001 “ALLES IN BEWEGUNG”
Die ersten sechs Jahre sind wie im Flug vergangen und die Dinge im und um das Institut sind in Bewegung. Die bis jetzt eher abgelegene untere Gumpendorfer Strasse belebt sich und gewinnt an Profil durch eine Reihe von Kulturbetrieben und -Büros, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft ansiedeln. (unit F büro für mode, IG Bildende Kunst und Büro für Kulturvermittlung, das einige Jahre später mit ÖKS und Kulturkontakt zusammengelegt wurde.) Ausgelöst werden diese Veränderungen durch die bevorstehende Eröffnung des Museumsquartiers, das in unmittelbarer Nähe liegt. Zusätzlich zum Seminarangebot gibt es im Jahr 2000 einen deutlichen Beratungs-Schwerpunkt. Vor allem die von der Kulturabteilung der Stadt Wien geförderten Beratungen für EinzelkünstlerInnen und Teams werden stark in Anspruch genommen. Ein vierteljährlicher Newsletter erscheint zum ersten Mal in gedruckter Form – mit Artikeln und Hinweisen zum Thema Kulturmanagement. Die Sommerakademie für Kulturmanagement findet erstmals in Wien statt, wo sie sich in den kommenden Jahren auch etablieren wird.
Im Jahr 2001 wird die Themenpalette der Seminare um eine Reihe von “Soft-Skills” erweitert. Neu im Programm sind “Kommunikation am Telefon”, “Präsentationstechnik” und “Kreatives Konfliktmanagement”. Diese Themen bilden ab nun neben den “Hard Facts” der praxisorientierten Themen-Seminare einen weiteren Schwerpunkt, der sich auf die persönliche Weiterentwicklung und Karriereplanung konzentriert. Die halbjährlichen Infotage mit Kurzvorträgen und Diskussionen rund ums Berufsfeld Kultur werden zunehmend zu einem Fixpunkt der Kulturkonzepte-Community – was sich deutlich spürbar in den kontinuierlich steigenden Besucherzahlen ausdrückt. Im März 2001 findet der Infotag “Neue Kompetenzen im Kulturmanagement” im Ausstellungsraum von unit F büro für mode statt. Die Eröffnung des Museumsquartiers mit einer Vielzahl spannender Kulturinstitutionen wird gefeiert, darunter das Tanzquartier Wien, das ebenso, wie das in diesem Jahr neu eröffnete Schauspielhaus immer wieder mit dem Institut für Kulturkonzepte kooperiert. Vor allem die StudentInnen der Sommerakademie kommen in den Genuss von interessanten Führungen und Kamingesprächen mit Menschen, die in diesen beiden Institutionen tätig sind und Einblick in ihre Arbeit geben.
Das Jahr endet mit einem internationalen Seminar zum Thema “Evaluation for Evolution”, das das Institut für Kulturkonzepte für das europäische Kulturmanagement-Netzwerk ENCATC in Wien organisiert. Vier Tage lang wird eine Gruppe von 30 internationalen KulturmanagerInnen (die Nationalitäten reichen von der Mongolei bis Großbritannien) betreut und mit Workshops im Depot, Party und Kulturprogramm versorgt. Das ganze findet in den kältesten vier Tagen seit Menschengedenken statt – das Thermometer steigt nicht über 20 Grad minus – was aber die gute Laune in keiner Weise trübt. Erschöpft aber auch motiviert und zunehmend angetan vom internationalen Networking blickt das Team des Instituts dem neuen Jahr entgegen.
2002/2003 DAS PROGRAMM WÄCHST
2002 wird der Seminarfolder zur Ausstellungsfläche für Fotoprojekte – in Kooperation mit faktor.f, einer offenen Plattform für Foto- und Medienkunst. Für jeden Folder stellt ein/e KünstlerIn entweder eine bestehende Serie zur Verfügung oder produziert eine Arbeit eigens für den Katalog. Die Arbeiten sind auch auf der Kulturkonzepte-Website zu finden. Ein weiterer wichtiger Partner dieses Projekts ist die Druckerei remaprint, mit der sich im Lauf der nächsten Jahre noch weitere spannende Projekte, wie ein Frauenvernetzungstag und Seminare für KünstlerInnen ergeben werden. Das Seminarprogramm läuft gut und das Institut für Kulturkonzepte zieht es westwärts: Besonders erfolgreiche Seminare finden in Zusammenarbeit mit der Tiroler Kulturinitiative und dem Südtiroler Künstlerbund statt. Die untere Gumpendorferstrasse belebt sich weiter: Das ra’mien eröffnet und wird zu einem Fixpunkt für Besprechungen in der Mittagspause. Das Jahr klingt mit zwei herausragenden Ereignissen aus: Die Kulturabteilung des Stadt Wien stoppt aus heiterem Himmel das Weiterbildungsservice, das Wiener KünstlerInnen den ermäßigten Besuch der Seminare ermöglichte. In einem lapidaren Email wird die Beendigung mit dem Hinweis auf Geldmangel und andere Prioritäten mitgeteilt. In den nächsten Monaten setzen sich die Interessensgemeinschaften erfolglos für eine Wiederaufnahme ein. Erfreulicher ist da der Start des zweisemestrigen Universitätslehrgangs “Kultur & Organisation”, der im Herbst in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theater,- Film- und Medienwissenschaft startet. Führungskräfte im Kulturbetrieb können sich kompakt und intensiv fortbilden – im Mittelpunkt steht die Stärkung der individuellen Kompetenzen und die berufliche Vernetzung.
Im Jahr 2003 wird den Befürfnissen der unterschiedlichen Zielgruppen Rechnung getragen und das Seminarangebot weiter überarbeitet und adaptiert: Der Zertifikatskurs Kulturmanagement wird erstmals angeboten. Die TeilnehmerInnen stellen sich aus dem bestehenden Seminarangebot einen individuellen Lehrplan zusammen und erhalten für sieben Seminare ein Zertifikat. Einzelbuchung von Seminaren ist weiterhin möglich, wodurch sich eine Belebung und Durchmischung der Zertifikatskurs-Gruppe ergibt. Die Sommerakademie für Studierende wird um das Thema “Basics of International Cultural Management” erweitert und zieht in diesem Jahr eine Reihe von WirtschaftsstudentInnen an. Dadurch kommt es zu interessanten Diskussionen mit den Studierenden der Geisteswissenschaften, die bisher die Mehrheit in der Sommerakademie stellten. Gemeinsames Fazit: Wirtschaft u

