Alle Achtung, das, was die junge oberösterreichische Band Loving.the.Alien auf ihrem Debüt “The blinded You” (Bleeding Star Records) musikalisch auf den Weg bringt, hat schon Klasse. Wüsste man nicht, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt, man wäre geneigt zu sagen, dass hier eine Formation am Werken ist, die schon Jahre der Entwicklungsphase hinter sich gebracht hat, so ausgereift erklingt das, was man zu Hören bekommt. Frei von stilistischen Zwängen und spürbar unbeschwert, beackert das Quintett mit musikalischer Finesse, Ideenreichtum und einem hörbaren Händchen fürs spannende Songwriting das Feld des Indiepop und lässt dieser Art Songs entstehen, die ihr Pulver auch nach mehrmaligem Durchlauf noch nicht verschossen haben. Erscheinen wird “The blinded You” am 22. Feber.
Loving.the.Alien sind Lea Föger (Gesang/Keyboard), Niklas Pichler (Gitarre/Gesang), Patrick Pillichshammer (Schlagzeug), Melanie Aspöck (Violine) und Lukas Staudinger (Akkordeon/Bass). Ihre musikalische Sprache verortet die Band aus Oberösterreich in einer Region abseits des gefälligen Mainstreams. Den im Indiepop/-rock üblich praktizierten Strophe-Refrain-Format aus dem Wege gehend, punktet die fünfköpfige Truppe vor allem mit einem Mehr an Abwechslung und Vielschichtigkeit sowohl im Songaufbau wie auch im Sound.
Stilistisch wirklich eindeutig einordenbar sind die Nummern der Truppe nicht, denn dafür klingen in diesen zu viele Einflüsse unterschiedlicher Richtungen durch. Mal geht es in eine eher folkige Richtung, dann wiederum in eine mehr rockige, an anderer Stelle sind es eine kammermusikalische Violine, ein sanft gespieltes Klavier oder dominante Synthie-Sounds, die die Akzente setzen. Ein weiterer Aspekt, der viel zum erfrischend facettenreichen Gesamtbild beiträgt, ist die immer zwischen Niklas Apfel und Lea Föger wechselnde Gesangarbeit, die den in ihrer Stimmung von hoch dramatisch bis melancholisch oder ein wenig psychedelisch, von beschwingt und lässig bis in schönster Weise unter die Haut gehend reichenden Songs viel, viel Charakter und Tiefe verleiht.
Mit ihrem Erstlingswerk “The blinded You„ legen Loving.the.Alien auf jeden Fall weit mehr als nur eine Talentprobe ab. Man merkt, dass da etwas mehr dahinter steckt, dass das oberösterreichische Quintett den eigenen Weg gefunden hat, die schon auch in Richtung kunstvoll gehenden musikalischen Vorstellungen und Visionen wirklich in zündende Songs umzumünzen. Ein Album, das nicht nur ausgewiesene Liebhaber anspruchsvoller Indie-Klänge austesten sollten. (mt)
Foto: Melanie Asböck