Limmitationes: Schnittpunkte der Musik

Das vom 10. bis zum 12. Mai nun erstmals in Heiligenkreuz stattfindende Schnittpunktefestival 2013 präsentiert wie schon in der Vergangenheit einmal mehr ein überaus breitgefächertes und vielfältiges Programm zwischen Musik und Tanz. Der künstlerische Regenbogen spannt sich kohärent vom Orient zum „Oxydent“, von „orientalischer Mystik“ über den Jazz zur frei improvisierten Musik, von österreichischer Volksmusik über den Klezmer und Balkanmusik hin zur “modernen, feinfühligen Folklore mit Kammerjazz-Versatz”.

Das von Udo Preis veranstaltete Festival „Schnittpunkte der Musik“ hat sich in den vergangenen Jahren längst zu einer Art Pilgerstätte für die Liebhaber der experimentellen, avantgardistischen und improvisierten Klänge entwickelt. Was auch nicht wirklich verwundert, legt der Chef des Vereins Limmitationes doch größten Wert darauf, dem Publikum doch etwas anderes, nicht wirklich herkömmliches zu präsentieren. Sich mit stilistischen Fragestellungen nicht auseinandersetzend, versteht der Burgenländer sein Festival als einen Ort, an dem bewusst die Grenzen zwischen den Kunst- und Spielformen gesprengt werden sollen und die Beteiligten dazu angehalten sind, doch auch die etwas anderen, nicht herkömmlichen Wege zu beschreiten.

Erlaubt ist quasi alles, was musikalisch getragen ist vom Geiste des Experiments, Avantgardistisches genauso, wie Innovatives, radikal Improvisiertes, Ungewöhnliches und dem Mainstream Entgegengesetztes. Das Programm des dreitägigen und von Neumarkt an der Raab nach Heiligenkreuz übersiedelten Festivals bietet auch in diesem Jahr die Gelegenheit, allerlei Neues zu entdecken und die eigenen Hörgewohnheiten einer Probe zu unterziehen.

Eröffnet werden die Schwerpunkte der Musik von dem Baseler Improvisations-Kollektiv First Church of Free Music Lausen’. Ebenfalls aus der Schweiz stammt die zweite Formation des Abends, Orioxy, die sich musikalisch einer Art „Experimental Folksound“ verschrieben hat. Tag zwei startet mit einer 4 States Session. Hierbei handelt es sich um ein Projekt von Limmitationes, das seit nun drei Jahren an die neunzig Musikerinnen und Tänzerinnen aus zehn Ländern zwecks Erarbeitung gemeinsamer Performances miteinander vernetzt. Anschließend das Publikum in eine Klangwelt im Spannungsfeld zwischen Jazz, Avantgarde, Underground, Rock, und Hip Hop zu entführen gedenkt das österreichisch-polnisch-ungarische Trio 1724. Beendet wird der zweite Tag von dem deutschen Quartett Flow Job, das wie das davor spielende Dreiergespann, sich vor allem an den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Genres bewegt.

Der Abschlusstag beginnt mit der inzwischen zur Tradition gewordenen Sonntags Matinee, im deren Rahmen alle am Festival Beteiligten nochmals zusammenkommen, um sich für einige Stunden ganz der Improvisation hinzugeben. Den Schlusspunkt setzt danach das Trio Klok Project, welches sich an der kunstvollen Verwebung von Jazz und Weltmusik versucht.

Aus musikalischer Sicht dürfen die BesucherInnen also drei in jeder Hinsicht sehr interessanten, unterhaltsamen Konzerttagen entgegenblicken, die den hohen Ansprüchen und Erwartungen der anspruchsvollen Musikliebhaber auf jeden Fall gerecht werden sollten. (mt)

Foto Trio 1724: Bassem Tamimi

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