Eine Art kulturelle Gegenveranstaltung zur im Moment medial alles beherrschenden Fußballweltmeisterschaft findet am 1. Juli im und rund um das Wiener Fluc statt. Das Ziel von „Ladyzzz’ Mile: Reclaim the Urban Space“ ist es, politische Themen und Anliegen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, die aufgrund der umfassenden Berichterstattung zu dem sportlichen Megaevent an den Rand gedrängt werden. Es geht darum, aufzuzeigen, dass die Probleme, nur weil man nicht über sie berichtet, nicht aus der Welt verschwinden. Ihre Stimme erheben an diesem Abend chra, First Fatal Kiss und Norah Noizzze & Band.
Im Juni und Juli gibt es nur ein bestimmendes Thema. Die Fußballweltmeisterschaft. Andere Themen kommen ob der umfassenden Berichterstattung oftmals zu kurz oder werden überhaupt unter den Tisch gekehrt. Brisanten aktuellen Diskussionen wird nur wenig medialer Raum gelassen. Als existierten sie in diesen beiden Monaten nicht. Frauen, Lesben, Schwulen, Transgenders, älteren Menschen, Menschen in prekären Lebenssituationen sowie Menschen, die um ihre Niederlassungsfreiheit in Österreich kämpfen, werden in ihrer Möglichkeit beschränkt, ihre Anliegen öffentlich zu artikulieren.
„Ladyzzz’ Mile: Reclaim the Urban Space“ ist der Versuch, zumindest im kleinen Rahmen jenen die Stimme wiederzugeben, die mit ihren Themen im Moment in der öffentlichen Diskussion keinen Platz finden. Musikalisch bietet das Festival ein Programm zwischen Independent Rock und Electronic. Dazu findet rund um den Praterstern eine Reihe von Workshops statt, in welchen die aktuellen Fragen behandelt werden.
Ihren musikalischen Beitrag zum Gelingen dieser Veranstaltung leisten First Fatal Kiss, Christina Nemec alias chra und Norah Noizzze & Band. First Fatal Kiss sind die drei MusikerInnen Renée Winter, Maria Reisinger und Birgit Michlmayr. Inhaltlich bewegt sich das Trio seit seiner Gründung politisch im feministischen Kontext. Dazu passend die musikalische Ausrichtung. Punk mit starkem Synthie-Anteil. Mit im Gepäck haben First Fatal Kiss ihr im Frühjahr erschienenes Debütalbum „Danke gut“.
chra ist das Soloprojekt der Wiener Musikerin Christina Nemec. Nach einer längeren Periode des Experimentierens unternimmt die Künstlerin den Versuch, ihre Arbeit in die Umgebung eines Clubs zu übertragen. In einer Vielzahl von Versuchsreihen, zerlegt die Soundtüftlerin mit Hilfe ihrer Gerätschaften aufgenommene Samples bis zur Unkenntlichkeit und fügt diese in Kleinstarbeit mit unzähligen Effekten versehen, im einem neuen, verfremdeten Kontext wieder zusammen.
Punk mit starken Pop- und Noise-Einschlag bietet die dreiköpfige Formation Norah Noizzze & Band. 2008 gegründet artikuliert das Dreiergespann rund um die Bassistin Norah Noizzze seither lautstark ganz in Riot Girl-Tradition ihre politischen Messages, wobei der Spaßfaktor natürlich nicht auf der Strecke bleibt. (mt)
http://www.fluc.at