KURPARK – „FAVORITEN“

Mit seinem neuen Album „Favoriten“ kehrt KURPARK in die nächtliche Vorstadt seiner Jugend zurück. Zwischen Melancholie, treibendem Indie-Goth-Pop und autobiografischen Momenten zeichnet er ein kraftvolles Bild des Erwachsenwerdens.

Die Rückkehr ins Viertel

Mit „Favoriten“ veröffentlicht Kurpark sein neues Album – ein Werk, das sich anfühlt wie ein Streifzug durch nächtliche Vorstadtstraßen. Der Wiener Musiker und Produzent Patrick Vanek verarbeitet darin Eindrücke seiner Jugend und seiner Rückkehr in die Heimat: Spaziergänge unter Straßenlaternen, flüchtige Begegnungen zwischen Autobahnbrücken, Feldern und Kleingartensiedlungen. Die Songs wirken wie Beobachtungen, die lange in ihm geschlummert haben, bevor sie endlich Worte fanden. Kurpark ist das musikalische Herzensprojekt des österreichischen Musikers und Produzenten. Nach vielen Jahren hinter den Kulissen und der Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Künstler:innen (u.a. Wanda, Granada, Lil Julez) rückt erstmals seine eigene künstlerische Vision in den Mittelpunkt. Kurpark erzählt von Hoffnung, Verlust und der sanften Melancholie der Wiener Vorstadt – inspiriert von der rauen und zugleich wunderschönen Tristesse des suburbanen Wiens. Seine Musik beschreibt nächtliche Spaziergänge im Speckgürtel, verregnete Autofahrten im flackernden Licht der Stadt und das bittersüße Leben im Allgemeinen. Verzerrte Bässe und treibende Drum-Machines bilden das Fundament eines Sounds, der Einflüsse einer nachdenklichen Jugend und eines vom Indie geprägten jungen Erwachsenenalters miteinander verwebt. Trotz seiner alles andere als perfekten Jugendjahre ist Kurparks Musik jedoch meilenweit von Resignation entfernt – vielmehr trägt sie eine stille Hoffnung in sich.

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Indie-Goth-Pop

Der Einstieg „Willkommen im Kurpark“ setzt sofort den Ton: leicht düster, wie ein Nebel, der sich im Morgengrauen über das Feld legt. Danach entfaltet sich das Album Stück für Stück. Titel wie „Favoriten“ oder „In der Nacht“ greifen den roten Faden auf und breiten sich beim Hören wie kleine filmische Szenen aus. Der Blick richtet sich dabei auf Gedanken, die nachts lauter werden. Die Nacht erscheint bei Kurpark als ein behutsamer, schützender Ort, der ihm Halt gibt. Mit „Treibsand“ nimmt das Album Fahrt auf. Kurpark lässt seinen Gefühlen freien Lauf, die Songs wirken geladener, die Bassläufe schwerer. In „Haus aus Glas“ geht es um Verletzlichkeit und um brüchige Konstruktionen, von denen man sich wünscht, sie würden besser halten oder mehr Schutz geben, als sie es tatsächlich tun. Der Track erzeugt einen Gänsehaut-Effekt – ein Song mit enormer Kraft, die sich besonders gegen Ende entfaltet. Wie viele seiner Songs hat auch „Substanzen“ eine autobiografische Note und ist von seiner Jugend am Rand Wiens geprägt. Der Sound wirkt entsprechend energiegeladen: die Drum-Machine zieht nach vorne, die Synths flackern wie Neonlichter und zwischen allem lassen die Post-Punk-Basslines einen Hauch Nostalgie durchscheinen. In der zweiten Albumhälfte – etwa in „Primaten“ und „Chaos“ – beschreibt er die Hürden, die die Adoleszenz mit sich bringt. Den Abschluss bildet „Nachtruhe“ – ein kurzes, stilles Stück, das wie ein Ausatmen wirkt. Es beendet das Album mit einem Gefühl von: Man steht da, die Nacht ist stiller geworden und man hat etwas verstanden, ohne es in Worte fassen zu können.

Romy-Christin Theune

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Links:
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