Komponistenporträt: Anselm Schaufler

Ganz im Zeichen des Schaffens des jungen österreichischen Komponisten Anselm Schaufler steht der Konzertabend im Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz am 24. Juni. Auf dem Programm stehen Solo-, Kammermusik- und Ensemblekompositionen aus den letzten 15 Jahren. Zur Aufführung gebracht werden die Stücke von Mitgliedern des Ensembles Zeitfluss.

Anselm Schaufler ist ein Künstler, den man problemlos unter die Kategorie Grenzgänger einordnen kann. Der 1970 in Wien geborene Komponist fasst seine eigenen Werke gerne unter dem Begriff „Neuer Musik“ zusammen, obwohl diese Zuschreibung viel zu kurz gegriffen ist. An Stilistiken und Spielweisen weist die Anselm Schauflers Musik eine enorme Bandbreite auf, was mit Sicherheit zum Teil auch darauf zurückzuführen ist, dass er neben seiner kompositorischen Tätigkeit auch als Musiker und Arrangeur höchst aktiv in zahlreichen Projekten involviert ist. In diesen beschränkt er sich keineswegs nur auf den Bereich der „so genannten“ Neuen Musik, sondern deckt das weite Feld zwischen Pop, Operette und Klassik ab.

Alleine schon seine Biographie offenbart eine immense musikalische Vielfältigkeit. Erlernt hat Schaufler sein „Handwerk“ an der Universität bei so renommierten Künstlern wie Klaus Eichholz (Violinstudium), Beat Furrer, Bernhard Lang und Georg Friedrich Haas (Kompositionsstudium). Anschließend nahm er eine Lehrtätigkeit für Violine, Musiktheorie und Arrangement am Johann-Josef-Fux-Konservatorium Graz an. 1990 und 1996 erhielt der gebürtige Wiener Stipendien für die internationalen Darmstädter Ferienkurse. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem der Musikförderungspreis der Stadt Graz 1996 sowie der Österreichische Staatsförderungspreis 1999.

Aufträge erhielt der Komponist in seiner bisherigen Karriere von der Grazer Oper, der styriarte, dem steirischer herbst, dem Lutoslawski Festival und diversen Ensembles wie reconsil, die reihe und zeitfluss. Im Pop- und Rockbereich arbeitete Schaufler unter anderem mit Opus, Kolonovits, Beatles Unlimited, Cellofun, Weana Gmiat Schrammeln, Familie Pischinger und dem Ensemble Profil zusammen. Als Geiger, Arrangeur und Komponist war er bei den Ensembles “Die salonfähigen Saitenspringer”, “Grazer Grammophoniker”, “quartetto ornando”, “Duowabohu” und “dentes aevi” tätig. Eines kann man mit Sicherheit sagen, langweilig dürfte es Anselm Schaufler nicht werden.
 
Der am 24. Juni stattfindende Konzertabend jedenfalls bietet den BesucherInnen höchst interessante Einblicke in die verschiedenen Ansätze, Arbeitsweisen und Klangwelten des Komponisten Anselm Schaufler. (mt)

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