Katika – Ricaricare

Eine wunderschön entspannendes, gleichzeitig aber auch sehr vielschichtiges und irgendwo zwischen Pop, Folk, Jazz und Bossa Nova angesiedeltes Stück Musik bietet die in Wien lebende Sängerin Katika auf ihrem im Juni erscheinenden Erstlingswerk „Ricaricare“ (Monoscope Productions / Rough Trade / VÖ 3.6). Die durch die Bank in italienischer Sprache gesungenen Lieder der in Deutschland als Tochter einer Kroatin und eines Italieners zur Welt gekommenen und seit vielen Jahren in Wien lebenden Künstlerin laden schlicht ein, sich zurückzulehnen und zu genießen, schallen diese doch mit einer solch betörenden melancholischen Leichtigkeit aus den Boxen schallt, dass es eine wahre Freude ist. Der perfekte Soundtrack für die lauen Sommernächte.

Es gibt Musik, die einfach nur so zu fließen scheint, die den Raum mit einem so wohlig warmen Sound ausfüllt, dass man als HörerIn meist nicht anders kann, als sich den Klängen vollends hinzugeben. Die italienisch-deutsch-schweizerisch-kroatisch-österreichische Sängerin legt mit ihrem Debütalbum mehr als nur eine eindrucksvolle Talentprobe vor. Schon nach den ersten Tönen wird klar, dass hier eine Künstlerin am Werken ist, die ganz genau weiß, in welche Richtung sie gehen will, die ohne Schwierigkeiten zwischen den unterschiedlichen musikalischen Welten wandelt und dabei ihr ganz eigenes, erfreulich unaufgeregtes, sanftes und doch sehr vielschichtiges Klanguniversum erschafft. Eines das stilistische Grenzen nicht kennt. So vereinigen sich in den insgesamt acht, von Katikas zart-leidenschaftlichem Gesang getragenen Stücken auf ganz wunderbare Weise anspruchsvolle Pop- und Folkmusik mit Elementen des Jazz und des Bossa Nova zu einem homogenen Ganzen.

Katika – Guardati Intorno by mica

Wobei auch ganz stark die Biographie der Sängerin durchklingt. Als Tochter einer Kroatin und eines Italieners in Deutschland geboren, in der Schweiz und Italien aufgewachsen und seit dem 21. Lebensjahr in Wien lebend hat Katika eine bereits weite Reise hinter sich, eine, die sie natürlich geprägt hat, auch musikalisch.  Der Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist der auf der italienischen „chitarra“ basierende Gesang. „Ich denke und fühle in meiner ersten Muttersprache: dem Italienischen. Mit ihr möchte ich meine Hörerschaft in Schwingung versetzen, denn ich glaube fest an Energien und ihr verbindendes Element, das uns einander näher bringt, obwohl wir uns fremd sind“, so die Künstlerin über ihren Ansatz.

Musikalische Unterstützung erhielt Katika von Wolfgang Frisch (Sofa Surfers), der den Songs den passenden Sound und die Form verpasst hat und der Künstlerin auch als Co-Autor zu Seite gestanden ist. Eine Zusammenarbeit, die sich bei diesem Ergebnis als eine wunderbare Konstellation offenbart.

Man kann durchaus sagen, dass Katika mit „Ricaricare“ ein wirklich starkes Debütalbum  gelungen ist. Eines, das einfach die Seele baumeln lässt. Wer sich also für anspruchsvolle und  tiefsinnige Popmusik  begeistern kann, sollte das gute Stück auf jeden Fall einer intensiven Hörprobe unterziehen. (mt)

Foto: Timo Novotny

 

http://katika.org/blog/
http://www.monoscope-productions.com/