Ein neues Festivalformat bringt im Juni 2024 erstmals internationale wie einheimische Stars der jüdischen Musikszene nach St. Pölten.
ST. PÖLTEN – Das Herzstück des Kulturprogramms der wiedereröffneten Ehemalige Synagoge St. Pölten sind die Jewish Weekends. Dieses Festival für jüdische Kultur findet heuer in seiner ersten Ausgabe von 7. bis 9. Juni sowie 14. bis 16. Juni 2024 statt.
An den zwei Wochenenden im Juni laden internationale Ensembles und einheimische Künstlerinnen und Künstler zur musikalischen Zeitreise vom Barock bis zur Gegenwart ein. Das Publikum kann sich auf speziell für das Festival entworfene Uraufführungen und zahlreiche Österreich-Premieren freuen. Das Musikprogramm wird von historischen Verortungen und Gesprächen zu Themen jüdischer Gegenwart begleitet. Zentraler Austragungsort ist die Ehemalige Synagoge St. Pölten. Das Konzert am Abend des 8. Juni findet als Kooperation mit der Bühne im Hof statt. Die Filmvorführung von „Die Stadt ohne Juden“ am Abend des 14. Juni wird in Zusammenarbeit mit der TangenteSt.Pölten im Festspielhaus St. Pölten gezeigt.

„Die Jewish Weekends bieten erstklassige Konzerte, die zum ersten Mal in Österreich zu erleben sind und jüdische Musik in großer Bandbreite, abseits von Klischees präsentieren“, berichtet Kurator und Musikjournalist Johann Kneihs. „International renommierte Stars wie das Klezmer-Trio Kroke aus Polen oder das Payadora Tango Ensemble aus Kanada werden auftreten. Ihr Projekt ‚Silent Tears – The Last Yiddish Tango‘ hat soeben den deutschen Weltmusikpreis RUTH erhalten. Für das Musikfestival haben viele Künstlerinnen und Künstler eigens neue Programme zusammengestellt, unter anderen Sharon Kam und Matan Porat, das Ensemble Cinquecento oder Isabel Frey und Benjy Fox-Rosen.“

Einige Höhepunkte:
- Aus Toronto/Kanada kommt die preisgekrönte Produktion „Silent Tears – The Last Yiddish Tango”, basierend auf Tagebüchern und Texten von Überlebenden der Shoah in Polen und auf dort in der Zwischenkriegszeit populärer Tangomusik
- Das Vokalensemble Cinquecento, Spezialisten für Alte Musik, präsentiert zum ersten Mal ein Programm mit Kompositionen von Salomone Rossi, dem jüdischen Komponisten um 1600 – und das Ensemble singt zum ersten Mal auf Hebräisch
- Die renommierte Klarinettistin Sharon Kam, begleitet von Pianist Matan Porat, stellt zum ersten Mal ein Konzert jüdischer Komponist:innen vor – von Mendelssohn-Bartoldy bis zum Broadway und zeitgenössischer Musik in Israel
- Saxofonist und Komponist Andrej Prozorov thematisiert seine jüdischen familiären Wurzeln in Odessa
- Sveta Kundish, eine der ganz wenigen (weiblichen) Kantorinnen, präsentiert liturgischen Gesang und Vertonungen von Lyrik in jiddischer Sprache
- Singer-/Songwriterin Isabel Frey stellt ihre Dissertation/Forschungsarbeit über Lieder aus Osteuropa in Archiven in den USA und Kanada vor.
- Das Trio Kroke, Pioniere neuer jüdischer Musik in Europa, eingeladen von Stephen Spielberg, Peter Gabriel… präsentiert sein Programm unter dem Titel “Aus Kazimierz in die Welt”
- Der Serpent-Virtuose Michel Godard und die Sängerin Nataša Mirković präsentieren eine musikalische Reise durch das hebräische Alphabet, mit Godards Quartett feat. Airelle Besson, Trompete und Vasil Hadžimanov, Klavier
- Songs von Leonard Cohen im Klezmer-Gewand, geschneidert von Maciej Golebiowksi, den Brüdern Wladigeroff und Benjy Fox-Rosen – und Cohen-Nachdichtungen auf Wienerisch von Mike Gross
- Im Festspielhaus: der Stummfilm “Stadt ohne Juden” (1924) mit Live-Musik von Olga Neuwirth, gespielt vom Ensemble PHACE
- Die Autorin Shelly Kupferberg, Berlin, erzählt von der Geschichte ihres Großonkels Isidor in Wien (“Isidor. Ein jüdisches Leben”, Diogenes Verlag 2022)
Mehr Informationen zum Programm finden Sie unter: www.ehemalige-synagoge.at. Tagestickets sind im Webshop unter www.ehemalige-Synagoge.at/jwticket erhältlich.
