Jazzwerkstatt Graz Vol. 3

Das Jazzwerkstatt Festival Graz geht in diesem Jahr in seine bereits dritte Runde. Vom 21. bis zum 26. April finden sich einmal mehr junge und talentierte MusikerInnen aus dem In- und Ausland ein, um sich dem Jazz in all seinen unterschiedlichen Spielarten zu widmen. Das Festival, das heuer erstmals im Grazer Orpheum über die Bühne geht, bietet den BesucherInnen neben einer Vielzahl an spannenden Konzerten zahlreiche Premieren und Gastkonzerte der beiden Partnerwerkstätten Wien und Bern.

In Graz tut sich musikalisch so einiges. Zumindest was den Bereich des Jazz betrifft. Wie in den meisten Fällen zeigt sich dafür vor allem eine junge Generation von MusikerInnen verantwortlich. Als Musiker Siegmar Brecher vor drei Jahren mit der Idee, ganz nach dem Wiener Vorbild, auch in Graz eine Jazzwerkstatt ins Leben zu rufen, an seine Kollegen herantrat, stellte sich natürlich die Frage, ob es in der Steirischen Landeshauptstadt überhaupt Interesse an einer solchen gäbe. Um sein Vorhaben auch in die Tat umzusetzen, gründete er mit befreundeten Jazzern den Verein Fat Tuesday und begann mit den Planungen für die Veranstaltung. Mit einer großen Portion Idealismus ausgestattet setzte man sich auf dem Weg zur Realisierung gegen so manche Widerstände durch und brachte das Projekt auf den Weg. Nun, der rege Publikumszuspruch bei der Premiere belehrte alle Skeptiker eines Besseren und lieferte den Beweis, dass durchaus großes Interesse an einer offenen Plattform für Jazzmusiker besteht. Heute im dritten Jahr ihres Bestehens ist die Jazzwerkstatt fixer Bestandteil des Grazer Musiklebens, aus welchem sie nicht mehr wegzudenken ist.
 
Die Jazzwerkstatt versteht sich als ein Ort für Ideenaustausch, für Vernetzung, für Erstpräsentation von Eigenkompositionen, für Interaktion und Gedankenaustausch untereinander. Jungen talentierten MusikerInnen, zumeist Studierenden oder Absolventen der Grazer Universität, soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Ideen und Kompositionen einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Stilistische Vorgaben gibt es natürlich keine. Erlaubt ist so ziemlich alles, was aus der eigenen Feder stammt, spannend und lebendig ist.

Mit der Übersiedelung ins Orpheum vollziehen Siegmar Brecher und seine Mitstreiter nun den nächsten Schritt. Die Zeichen dafür, dass das Publikumsinteresse erneut gesteigert werden kann, stehen gut. Dazu trägt natürlich auch das wieder einmal enorm facettenreiche und bunte  Programm bei. So machen sich MusikerInnen in zahlreichen Projekten daran, die Grenzen des Jazz neu zu definieren. Nach Siegmar Brecher geht es “um die Umsetzung einer Idee – nämlich der Vision der Fokussierung einer jungen, lebendigen Szene, die ihr kreatives Potential gemeinsam präsentiert und weiterentwickelt.”

Ein einfaches Abspulen eines bereits vorhandenen Programms steht damit also nicht im Mittelpunkt. Vielmehr soll die Musik ihre Form erst auf der Bühne finden. Das Publikum soll die Gelegenheit haben, dem Entstehungsprozess der Musik unmittelbar beizuwohnen. Und diese Möglichkeit sollte sich an den zahlreichen spannenden Konzertabenden wohl doch mehrfach ergeben.(mt)


Jazzwerkstatt Graz
Orpheum

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