Jazz-Musiker Walter Malli gestorben

Wie erst vergangenen Montag bekannt wurde, ist der gebürtige Grazer Jazzmusiker und Zeichner Walter Mali am letzten Freitag nach langem Leiden im Alter von 71 Jahren gestorben. Der begnadete Schlagzeuger und Sopransaxofonist solcher legendären österreichischen und auch im Ausland angesehenen Formationen wie “Masters of Unorthodox Jazz” und “Reform Art Unit” galt aus musikalischer Sicht als einer echter Freigeist, der sich schon zu einer Zeit dem Freejazz widmete, als dieser noch in den Kinderschuhen steckte und in Österreich unter der Wahrnehmungsgrenze lief.

Walter Malli, der seine ersten Schritte im Metier der Kunst an der Akademie in Wien unter Albert Paris Gütersloh und Carl Unger tätigte, füllte zeitlebens die Rolle eines Querdenkers aus, der von irgendwelchen Vorgaben, welcher Natur auch immer, ob nun musikalischer oder gesellschaftlicher, nicht wirklich viel gehalten hat. Er versuchte immer die anderen Pfade zu beschreiten, jene, die den bekannten Musikentwürfen seiner Zeit in höchstem Maße entgegengelaufen sind. Besonders auf dem Feld des freien Spiels, der Improvisation im Geiste der Avantgarde leistete der gebürtige Grazer Pionierarbeit. Und das nicht nur hierzulande.

Der 1993 vom Kunstministerium mit dem Würdigungspreis für Musik ausgezeichnete Musiker zählte zu den ersten überhaupt, die diese, für die damaligen Ohren recht schräge Interpretation des Jazz, zur echten Kunstform erhoben haben. Bis heute unvergessen seine von 1964 bis 1975 bestehende Formation „Masters of Unorthodox Jazz“, mit welcher er damals ganz neue musikalische Wege aufzeigte. Ebenfalls zu erwähnen sind sein gleichzeitiges Engagement in Fritz Novotnys Ensemble „Reform Art Unit“, sowie die Gruppe “Malli’s Free Samba Bassoonery”, mit der er nicht nur in seiner Heimat Aufsehen erregen konnte. Von welcher Offenheit Walter Malli in seinem Tun geleitet war, zeigen auch seine späteren Projekte der 1980er Jahre, in denen er eine interessante Annäherung an das Wienerlied vollzog. Ebenfalls in diese Zeit fällt sein Beteiligung als Sideman bei Hans Hollers Formation „HipHop Finger“, die ihm auch einem jüngeren Publikum bekannt gemacht hat.

Neben seiner musikalischen Tätigkeit war es vor allem auch die bildende Kunst, welcher er sich mit großer Liebe widmete. Vor allem seine Tuschfeder-“Stadtlandschaften” und karikaturistischen Menschenbilder waren es, die ihm auch in diesem Bereich zu hoher Anerkennung verhalfen. Mit dem Tod von Walter Malli verliert die österreichische Musikszene eine ihrer schillerndsten und bedeutendsten Persönlichkeiten. (mt)

Foto Walter Malli: Peter Hermann