Wenn sich von 14. bis 16. August 2026 die Tore des über 250 Jahre alten Buchmannhofs in Diersbach öffnen, ist klar: INNtöne ist zurück. Zum 41. Mal versammelt sich hier eine internationale Szene, die Jazz nicht als Stil begreift, sondern als Haltung – als offene Form, als Dialog, als Abenteuer. Was einst als kleines Festival in Sigharting begann, über Stationen in der Rothuberhalle wuchs und sich schließlich in Diersbach verwurzelte, ist längst zu einer Institution geworden, die dennoch nie Routine zulässt.

INNtöne ist kein Festival im klassischen Sinn. Es ist ein temporäres Dorf, ein Treffpunkt für Neugierige, Familien, Kenner:innen und Entdecker:innen. Die Hauptbühne kehrt heuer wieder in den Stadl zurück, wo Holz, Raum und Klang eine besondere Verbindung eingehen. Draußen auf der Wiese entfaltet sich an Nachmittagen und Abenden die Open-Air-Atmosphäre – mit weitem Blick in den Sauwald und Musik, die sich mit dem Sommerwind mischt. 33 Konzerte, 25 Bands, dazu Kinderprogramm, Yoga, Kunst und sorgfältig ausgewählte Bio-Kulinarik machen das Wochenende zu einem vielschichtigen Gesamterlebnis.

Musikalisch spannt sich der Bogen weiter denn je. Auf der Freiluftbühne treffen gewachsene heimische Formationen wie Jumping Jungle auf junge Londoner Energie von Vortex Whirlpool. Die große Blues-Stimme von Janiva Magness bringt amerikanische Intensität nach Diersbach, während Michael Dotson Chicago-Feeling ins Innviertel trägt. Zwischen Funk, Soul und Jazz sorgen Frank Folgmanns Backing Crew mit Special Guest Blair Clark für tanzbare Impulse. Das Duo Helmut Jasbar und Lisa Hofmaninger wiederum verschränkt Jazz mit Folk, Kammermusik und Improvisation zu einer feinsinnigen Klangrede. Glanzvoll und exzentrisch wird es mit Gunhild Carling, die Swing, Virtuosität und Bühnencharme vereint.
Im Stadl zeigt sich Jazz in all seinen Schattierungen. Das Lorenzo de Finti Quartett eröffnet mit mediterraner Leichtigkeit, fernab von modischem Kalkül. Mit Gianluca Lusi, Simone Zanchini und Luigi Masciari kommt italienische Spielfreude auf die Bühne – zwischen Folklore und avanciertem Jazz. Der französische Bassist Stephane Kerecki bringt mit seinen „Liberation Songs“ ein Programm voller Energie und Haltung.
Feurig beginnt der Samstag mit Tikismikis, bevor der polnische Pianist Kryzstof Kobylinski osteuropäische Klangfarben mit neoklassischer Tiefe verbindet. Gavin Skeggs lässt mit seiner markanten Stimme die Scheune beben. Mit „Bleu“ von Lorenz Raab, Ali Angerer und Rainer Deixler wird Melancholie zur Kunstform.

Ein Höhepunkt ist der Auftritt von J D Allen, dessen Ton zwischen Tradition und New Yorker Gegenwart glüht. Sarathy Korwar, international vernetzt und stiloffen, trifft auf Trompeter Alex Kranabetter – ein Dialog der Generationen. Am Sonntag verzaubert Markus Stockhausen mit spiritueller Offenheit, während Aki Takase und Daniel Erdmann improvisatorische Meisterschaft demonstrieren.
Mit Luis Vicente, Fabrizio Bosso und der charismatischen Dee Alexander setzt INNtöne weitere internationale Akzente. Im Pigs Pub sorgt das Milos Colovic Quintet für moderne Kontraste.
Neu ist das Blue Horse Music Lab – ein Experimentierraum für freie Klänge mit Klemens Pliem und Andjelko Stupar. Mittelalter trifft Gegenwart bei Medieval Rare mit Richard Zavada und Gotthard Wagner.
Und wenn am Sonntag die Solinger mit Landlern und Polkas zum Frühschoppen aufspielen, wird deutlich: INNtöne denkt Jazz weit – als offenes Feld zwischen Tradition und Gegenwart, Weltmusik und Improvisation, Dorfplatz und Weltbühne.
Informationen zum Programm finden Sie unter https://www.inntoene.com/inntoene-jazzfestival/jazz-am-bauernhof-2026/
Tickets erhältlich unter https://kupfticket.com/shops/inntoene
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