In between-Festivalstart mit Martin Lubenov und Wolfgang Puschnig

Zum einem außergewöhnlichen Aufeinandertreffen zweier Ausnahmemusiker kommt es im Rahmen des insgesamt drei Konzerte umfassenden Festivals “in between” im Wiener Theater Akzent. Den Auftakt bildet Akkordeonist Martin Lubenov der zusammen mit seinem Orkestar Unterstützung von niemand geringerem als dem Jazzer Wolfgang Puschnig erhält.

 
In nur wenigen anderen europäischen Städten treffen so viele Musiker/Innen unterschiedlichster Couleur aufeinander wie in Wien. Es sind vor allem die aus Südosteuropa stammenden Vertreter/Innen, welche die hiesige musikalische Vielfalt enorm bereichern und den Ruf Wiens als eine offene internationale Musikstadt untermauern. In den kommenden Wochen laden manche dieser “zugereisten” Musikerpersönlichkeiten einen bekannten “einheimischen” Kollegen zum einem gemeinsamen Konzert. Welche zwei Künstler wären für den Start besser geeignet als Martin Lubenov und Wolfgang Puschnig.Wie kaum ein anderer durchsetzt Martin Lubenov die traditionelle Musik der Roma mit Elementen des Swing, Jazz, Tango Nuevo, Salsa und Musette. Dazu kommen eine gehörige Portion technischer Brillanz und vor allem viel Humor. Ab dem Zeitpunkt an dem Lubenov seine Zelte in Wien aufgeschlagen hatte, war er in diverse namhafte Projekte, wie etwa der Wiener Tschuschenkapelle, involviert. Binnen kürzester Zeit entwickelte sich der 30jährige Bulgare zu einem musikalischen Fixstern in der heimischen World Music Szene. Geboren in Sofia, hatte Martin Lubenov bereits seit frühester Kindheit Interesse an Musik und begann mit acht Jahren Akkordeon zu lernen. Später maturierte er am Musikgymnasium in Sofia. Seine musikalische Tätigkeit führte ihn quer über den Erdball. Mit erst 28 Jahren gehört er bereits jetzt zu den größten zeitgenössischen Musikern Komponisten am balkanischen Akkordeon. Mit atemberaubender Virtuosität, spielerischer Eleganz und seinem ganz eigenen persönlichen Stil durchsetzt er balkanische Roma-Musik mit verschiedensten Schattierungen anderer Genres. Mit dieser außergewöhnlichen musikalischen Mischung vermag er Jazzer, World-Music-Fans wie auch Pop-Freaks gleichermaßen zu beigeistern.

 
Wie Lubenov muss man Musikliebhabern auch Wolfgang Puschnig nicht mehr wirklich groß vorstellen. Zu großer Bekanntheit gelangte der Musiker durch sein inzwischen fast legendäres Programm “Alpine Aspects”, bei dem er die musikalischen Besonderheiten des Jazz und der traditionellen volkstümlichen Musik wie kein anderer zu vermengen wusste. Auch in unzähligen anderen Projekten konnte der Jazzer seine immense Vielfältigkeit und Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Wolfgang Puschnigs Bestreben ist es stets, verschiedene musikalische Traditionen mit einer großen Portion Experimentierfreude unter einen Hut zu bringen. So regieren in seinen Kompositionen vermeintlich einfache Melodiebögen und außereuropäische Grooves. Auch gelegentliche Ausflüge in den Bereich der Improvisation stehen auf dem Programm. Führt man sich die zahlreichen unterschiedlichen Aktivitäten dieses Ausnahmemusikers vor Augen, erkennt man schnell, dass er sich nur schwer in Kategorien einordnen lässt. So liest sich die Liste derer, mit denen Puschnig bereits auf der Bühne stehen durfte, wie das “Who is Who” der modernen Jazzszene.

Das Publikum darf auf jeden Fall gespannt sein, wie und in welcher Form es Martin Lubenov und Wolfgang Puschnig anstellen, ihre unterschiedlichen musikalischen Welten unter einen gemeinsamen Hut zu bringen. Auch die übrigen Konzerte bieten so einige Überraschungen. Am 31. Jänner lädt die Wiener Tschuschenkapelle Otto Lechner mitmusizieren ein und am 8. Februar entfachen Fatima Spar und die Freedom Fries mit Harri Stojka ein musikalisches Feuerwerk auf der Bühne.
Michael Ternai

 

http://www.akzent.at/