Mit „Segments“ legt der Wiener Produzent Ulrich Schwab alias FORMULA X sein drittes Album vor – und liefert damit ein vielschichtiges, stilistisch offenes Werk, das elektronische Musik jenseits klarer Genregrenzen verortet. Die Grundlage bildet meist Drum-and-Bass, doch das Spektrum reicht weit darüber hinaus: Dubstep, Jungle, Breakbeats, tanzbare Popsounds und atmosphärische Trip-Hop-Anklänge greifen ineinander.
Was dabei entsteht, ist ein Album mit starker Dynamik – mal treibend, mal getragen, immer klar produziert und detailreich arrangiert. Jeder Track steht für sich, hat einen eigenen Charakter, fügt sich aber dennoch schlüssig ins Gesamtbild ein. Trotz der stilistischen Vielfalt bleibt der Sound erkennbar: FORMULA X setzt auf Tiefe, auf klangliche Texturen, auf Präzision.
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Auffällig ist die Qualität der Produktion. Die Tracks wirken ausgewogen, sorgfältig gebaut, ohne überladen zu sein. Es gibt Raum für Experimente, aber nie um ihrer selbst willen. Stattdessen entstehen Soundlandschaften, die Atmosphäre schaffen, ohne sich zu verlieren – clubtauglich, aber nicht eindimensional.
Vokalunterstützung kommt erneut von Beate Baumgartner, die dem Projekt seit dem Debüt verbunden ist. Neu dabei ist Julia Ivanova, bekannt u. a. durch Kontrust. Ihre Stimme ist auf drei Songs zu hören und verleiht diesen eine zusätzliche emotionale Ebene. Die Vocals sind gut eingebunden, funktional und stimmig – nicht dominant, aber wirkungsvoll.
Unterm Strich steht ein durchdachtes, vielseitiges Album, das seine Stärken nicht in Lautstärke, sondern in Ausarbeitung und Atmosphäre findet. FORMULA X zeigt, wie abwechslungsreich elektronische Musik sein kann – ohne den Fokus zu verlieren.
Michael Ternai
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