Feldkirch Festival 2007

Einen kleinen Vorgeschmack auf die kommende Festivalsaison bietet das vom 26. bis 28. Oktober dauernde Feldkirch-Festival. Dem künstlerischen Leiter Philippe Arlaud ist es trotz der zeitlichen Begrenzung gelungen, ein äußerst facettenreiches und vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen, welches neben einem Chorkonzert, einen Jazzbrunch, zeitgenössische Kompositionen und eine Tanzperformance zu bieten hat.

Es wäre nicht Philippe Arlaud, wenn er bei den diversen Veranstaltungen nicht auch selber maßgeblich die Finger im Spiel hätte. So bestimmt der in Paris geborene Regisseur und Bühnenbildner mit seinem Sinn für Ästhetik die drei Festivaltage wesentlich mit und zeigt sich damit für die visuell künstlerische Umsetzung der einzelnen Projekte hauptverantwortlich.

 

Ein wesentlicher Punkt beim Antritt Arlauds als künstlerischer Leiter war es, den regionalen Bezug innerhalb des Programms zu stärken und diesem vermehrt Ausdruck zu verleihen. So ist es auch wenig verwunderlich, dass bereits das Eröffnungskonzert des Festivals diesem Vorhaben entspricht und der österreichischen Komponistin Johanna Doderer gewidmet ist. Unter der Leitung von Laurence Equilbey nimmt sich das Symphonieorchester Vorarlberg den bereits bekannten Werken Ikarus und Feuerkreis an. Zudem steht auch noch die Uraufführung von Astraios auf dem Programm.

 

Der darauf folgende Tag steht dann ganz im Zeichen des französischen Vokalensembles accentus. Die bereits mehrfach ausgezeichnete 38 köpfige Formation ist vor allem bekannt für ihre außergewöhnlichen Interpretationen zeitgenössischer Kompositionen. Dieses Mal stehen neben den Wagner Werken Zwei Skizzen zu Tristan und Siegfried Idyll, noch Werke der zwei schwedischen Gegenwartskomponisten Anders Hillborg und Jan Sandström und György Ligetis Lux aeterna auf dem Programm.
Einen weiteren Höhepunkt bildet das nicht alltägliche Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Kunstformen. Mit Tanz und Jazz prallen die zwei rhythmischen Welten der Flamencotänzerin Ana Yerno und des Jazzpianisten Guillaume des Chassy aufeinander und kumulieren zu einem harmonischen Ganzen.

 

Der sonntägliche Jazzbrunch läutet schließlich den finalen Tag des Festivals ein. Peter Madsen und Herbert Walser bieten neben kulinarischen Genüssen auch Madsen´s Komposition Die neun Musen dar. Mit einer Schubertbegegnung der besonderen Art schließt das Festival letztendlich für dieses Jahr seine Tore. In seinem Liederzyklus Im Sturm nimmt sich Wolfgang Mitterer mit seiner sehr individuellen Herangehensweise den Werken des Komponisten an.(mt)

 

Foto Philippe Arlaud: Feldkirch Festival
Foto Johanna Doderer: Dimo Dimov