
Nein, eines kann Ernst Molden offenbar wirklich nicht. Untätig herumsitzen. Nach dem überragenden und von allen Seiten mit fast schon enthusiastischem Lob bedachten Album „Es Lem“ liefert der Liedermacher nur wenige Monate nach Erscheinen dieses nun erneut ein kleines Meisterwerk ab. Wüsste man nicht, dass es sich bei den Liedern auf „weida foan“ ausschließlich um Coverversionen handelt, man wäre geneigt zu sagen, die Songs stammen eindeutig aus der Feder des Wiener Liedermachers. Man kann die ganze Sache aber auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Wären Songwriter-Ikonen wie Bob Dylan, Johnny Cash, Tom Waits oder Bruce Springsteen in Wien aufgewachsen, wären sie hier sozialisiert worden, hätten sie hier mit ihrer musikalischen Karriere begonnen, ihre Lieder würden wohl genauso klingen, sie wären wohl derselben intensiven, poetisch morbid angehauchten und intimen Klangsprache.
Ernst Molden – Es Boodliad by mica ;
Ernst Molden geht behutsam und ohne große Gesten an die Sache heran. Er versucht sich erst gar nicht an großen Experimenten, sondern versucht vielmehr das Gefühl und Stimmungen der Originale einzufangen und diese so authentisch wie möglich wiederzugeben, alleine mit dem Zusatz der bestimmten Wiener Note, die er als Künstler, wie nur wenige andere, in sich aufgesogen hat. Unterstützt von Willi Resetarits und Ingrid Lang liefert Ernst Molden mit „weida foan“ seinen Fans quasi den Soundtrack seiner eigenen musikalischen Biographie, welche, wie schon vorher erwähnt, vor allem von den großen des amerikanischen Country, Blues und Liedermachertums geschrieben worden ist.
„weida foan“ ist somit ein sehr persönliches Album, eines, welches Ernst Molden von der Seite eines begeisterten Musikliebhabers zeigt, der schlicht und einfach seine Vorbilder zu huldigen im Sinne hat. Und dies tut er ohne Zweifel im ganz großen Stil. (mt)