Mit „Where I Go“ (Hideout Records) legt die aus Niederösterreich stammende Sängerin und Songwriterin Elena Schäfer ein Debüt vor, das durch seinen einladenden Klang, emotionale Tiefe und eine eigenständige künstlerische Handschrift überzeugt.
Im Zentrum dieses Albums steht Elena Schäfers Stimme. Ihr Klang vermittelt Wärme und Persönlichkeit, bewegt sich in tiefen, gefühlvollen Lagen und verfügt über eine große Ausdrucksbandbreite. Die 24-Jährige kann sich stark zurücknehmen, beinahe fragil wirken, ebenso aber kraftvoll und bestimmt auftreten. Gerade diese Wandelbarkeit verleiht den einzelnen Songs ihren eigenen Charakter. Sparsam eingesetzte Scat-Passagen und mehrstimmige Parts erweitern das Spektrum zusätzlich und fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein.
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Auch im Songwriting zeigt sich die Qualität. Die Stücke, die sich stilistisch zwischen akustischem Songwriting, Elementen des Jazz und dezent eingefärbten klassischen Einflüssen bewegen, folgen keinen einfachen Mustern, sondern entwickeln sich aus reduzierten Ansätzen heraus. Die Arrangements sind vielschichtig und abwechslungsreich, lassen Raum und bauen ihre Spannung über feine Veränderungen in Dynamik und Rhythmus auf. Selbst in dichteren und verspielteren Momenten bleibt die Musik offen und zugänglich. Es entsteht ein ausgewogenes Wechselspiel zwischen stillen, intimen, balladeartigen Passagen und offeneren, stärker vom Jazz geprägten Teilen. Die Grundstimmung des Albums ist ruhig und leicht melancholisch gefärbt, ohne je ins Schwere zu kippen. Immer wieder blitzen vielmehr Momente des Aufbruchs und ein versöhnlicher Ton auf.
Eingespielt wurde das Album mit einem dezent, aber sehr vielschichtig agierenden Ensemble: Alexander Vounelakos am Klavier, Michael Marginter am Saxophon, Matti Felber am Schlagzeug und Viktoria Kirilova am Kontrabass. Ergänzt durch Backing Vocals von Sarah Machač, Valerie Costa und Tillmann Risse entsteht ein warmer, organischer und stimmungsvoll aufgeladener Gesamtklang, der die Songs trägt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Elena Schäfer gelingt mit diesem Debüt ein Album, das emotional wirkt. Es berührt und umspielt mit Gefühl und Tiefgang, ohne sich anzubiedern. Die 24-jährige Sängerin präsentiert sich als ein Versprechen für die Zukunft, als eine Künstlerin, von der man mit Sicherheit noch einiges Schönes zu hören bekommen wird.
Michael Ternai
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