Gemeinsame Projekte von Martin Philadelphy, Stephan Sperlich und Philipp Moosbrugger haben allesamt eines gemeinsam. In eine bestimmte musikalische Kategorie lassen sie sich nicht einordnen. Nicht anders verhält es mit Elektro Farmer. Was die Drei an Stilen und Spielarten, Techniken und Methodiken hier alles in einen Topf werfen und in Einklang zu bringen versuchen, geht weit über die üblichen Ansätze anderer Bands hinaus. Hier treffen große Popentwürfe auf Jazz und elektronisch verfremdete Klanggebilde, die reine Lust an der Improvisation auf Elemente traditioneller Volksmusik. Wie das alles zusammenpasst, gibt es am 26. November im Grazer Stockwerkjazz zu hören.
Der Versuch, die Musik dieses Trios, in welcher Konstellation auch immer, einem bestimmten Genre zuzuordnen, ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Hier sind einfach drei Musiker am Werken, die sich schlicht und einfach weigern, sich auch nur irgendeiner Konvention zu unterwerfen. Warum sollen sie das auch tun, fühlen sie sich doch in den unterschiedlichsten Bereichen beheimatet. Es ist das Spiel mit dem (Un-) Möglichen, was Martin Philadelphy, Philipp Moosbrugger und Stephan Sperlich gemeinsam bis zur Perfektion zelebrieren. Dort wo andere an Grenzen stoßen, genau dort setzen die drei Musiker diese außer Kraft. Es geht ihnen primär um das Betreten von Neuland, um die Erforschung bisher noch unbekannter Klangformen und –sprachen.
Erlaubt ist alles, was der Musik dienlich ist. Ohne irgendwelche Berührungsängste verwebt das Trio mit einer hörbaren Spielfreude unterschiedlichste Elemente aus den Bereichen Jazz, Improvisation, Elektronik, Volksmusik, Krautrock, Noise, Blues und Pop zu einem gefälligen und stimmungs- wie geräuschvollen Ganzen. Die Musik für das im vergangenen Jahr erschienene Debütalbum „Ultra Natural” hat das Dreiergespann im Rahmen einer zweiwöchigen Landpartie erarbeitet. Dabei wurden vor Ort angefertigte Geräuschsamples auf stimmungsvolle Art und Weise mit vorbereiteten musikalischen Ideen kombiniert.
Entstanden sind dabei Stücke, die aufgrund ihrer einzigartigen Klänge genau von jenem Ort erzählen, an dem die Aufnahmen entstanden sind. Das Besondere an der Konstellation Philadelphy, Sperlich und Moosgruber ist auch, dass hier alle Beteiligten als gleichberechtigte Partner auftreten, sie im gleichen Maße ihre Ideen und Kreativität einfließen lassen, was die Vielschichtigkeit und Tiefe der Musik natürlich um die Potenz verstärkt.
Musikliebhaber, die offen für Neues sind, sollten sich bei solchen Voraussetzungen das Konzert dieser fast undefinierbaren Band daher auf keinen Fall entgehen lassen.(mt)