Wie ist es um die Situation von Aufführungsorten für neue Musik in Wien bestellt? Und bedarf es eines eigenen Hauses für neue Musik in Wien? Um diese Frage faktenbasiert zu beantworten, hat mica – music austria in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Räume von mitderstadtreden und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Wien (Abteilung Wissenschaft und Forschung der MA7) eine Bedarfserhebung für ein Haus für neue Musik in Wien bei EDUCULT in Auftrag gegeben – die aussagekräftigen Ergebnisse liegen nun vor. Über die weiteren Schritte wird beim nächsten Treffen von mitderstadtreden am Mittwoch, 6. März 2024 bespochen.
Bereits in den 1990er Jahren gab es Diskussionen über ein Haus für neue Musik in Wien. In den letzten Jahren wurde in der Musikszene wieder verstärkt der Bedarf an Räumen und Orten für neue Musik formuliert, insbesondere nach dem Wegfall einiger für die Szene wichtiger Räume. Der grundsätzliche Bedarf nach mehr Öffentlichkeit und Sichtbarkeit der Szene der neuen Musik hat unter anderem dazu geführt, über ein eigenes Haus für neue Musik nachzudenken. Die Arbeitsgruppe Räume der Initiative mitderstadtreden hat deshalb einen Entwurf eines möglichen Konzepts für ein Haus für neue Musik entwickelt und 2020 veröffentlicht. Im Anschluss an die Entwurfsentwicklung wurde im September 2020 gemeinsam mit Interessengemeinschaften anderer Kunstsparten und verschiedenen Initiativen, etwa der Wiener Perspektive, sowie mit der Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler das Symposium „Freie Szene – Orte schaffen. Räume und Infrastrukturen für Kunst und Kultur in Wien“ gestaltet, bei dem der Wunsch nach einem eigenen Haus für neue Musik deutlich gemacht wurde.
In weiterer Folge wurde von mica – music austria in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Räume von mitderstadtreden mit finanzieller Unterstützung der Stadt Wien (Abteilung Wissenschaft und Forschung der MA7) eine Bedarfserhebung für ein Haus für neue Musik in Wien bei EDUCULT in Auftrag gegeben – der Bericht dazu liegt nun vor und zeigt, unter welcher Kumulation diverser Probleme die Szene der neuen Musik leidet. Nun liegen die Ergebnisse vor, die einen eklatanten Mangel an zugänglichen und geeigneten Räumen für die Freie Szene der neuen Musik offenlegt. Ebenso enthält der Bericht Indikatoren für „gute“ Räume für neue Musik Empfehlungen für die weitere Entwicklung. Zur Einbindung verschiedener Perspektiven der relevanten Akteursgruppen in die Prozesse wurden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden angewendet – so konnten verschiedene Perspektiven Eingang in die Analyse finden.
Welche musikalische Ausrichtung umfasst der Begriff „neue Musik“ in diesem Zusammenhang?“
Die Arbeit der Freien Szene der neuen Musik umfasst zeitgenössisches, experimentelles Klangschaffen in all seiner Diversität. Das reicht von Musik, Musiktheater und Performance über Klangkunst und akustische Forschung, Transakustik und Radiokunst etc. Ob improvisierte oder ausnotierte Stücke, ob vokal oder instrumental, analog oder digital, neue Musik kann alles sein, auch das, was bislang ungehört war.
Nächstes Treffen
Mittwoch, 6. März 2024, 17:00
mica – music austria, Seminarraum
Stiftgasse 29, 1070 Wien
Um Anmeldung an office@musicaustria.at wird gebeten
Link:
„Haus für neue Musik in Wien. Bericht zur Bedarfserhebung“
mitderstadtreden
EDUCULT