
Ihr bislang letztes, im Frühjahr 2011 erschienenes dritte Album „„Walzer Oder Nicht“ spiegelt wohl am besten das immense musikalische Verständnis der beiden wider. Was ihnen auf faszinierende Weise gelingt, ist, der elektronischen Musik Gefühl verleihen, den eigenwilligen, fremdartigen und aus dem Computer entstammenden Klängen und Geräuschen in ihren Stücken eine musikalische Heimat bieten. Was der vielbeschäftigte Electronic-Künstler Fleischmann und sein an der klassischen Gitarre geschulte Kollege Weixelbaum auf den Weg bringen, ist ein faszinierend weites und an Nuancen ungemein reiches Sounduniversum, in welchem man sich schlicht und einfach verliert. Im positiven Sine natürlich.
Überhaupt strahlt die Musik des Zweiergespanns, dessen Name “Duo505” aus der Zusammensetzung von Duo und der Bezeichnung der von den beiden Mitgliedern benutzten Groovebox MC-505 des Herstellers Roland herrührt, eine wohlige Wärme. Sie fließt wellenartig dahin, ohne aber sich in der oberflächlichen Gefälligkeit zu verlieren. Dezent eingesetzte minimalistische Beats, ruhige Synthieklänge und akustische, manchmal auch leicht elektrisch verzerrte Gitarren bilden den klanglichen Unterbau der enorm vielschichtigen Stücke des Wiener Duos. Angereichert mit elektronischen Experimenten lassen Fleischmann und Weixelbaum Klanggebilde entstehen, welche sich unaufhaltsam atmosphärisch bis hin zum gänsehauterzeugenden und intensiven Höhepunkt verdichten.
Duo505 konzipieren ihre ganz eigene und ungemein spannende Version von Popmusik, welche sich durch eine enorme Vielfalt und hohe Eigenständigkeit auszeichnet. Auf jeden Fall dürften beim Konzert Liebhaber anspruchsvoller elektronischer Klänge auf alle Fälle auf ihre Kosten kommen. (mt)
Foto: Kerstin Anders