Das donaufestival verwandelt Krems auch 2026 wieder für einige Tage in einen Treffpunkt für aktuelle künstlerische Positionen aus Musik, Performance, Film, bildender Kunst und Theorie. Unter der künstlerischen Leitung von Thomas Edlinger versammelt das Festival an zwei Wochenenden – von 1. bis 3. Mai sowie von 8. bis 10. Mai – rund 60 Beiträge an verschiedenen Spielorten der Stadt und setzt dabei erneut auf ein bewusst heterogenes Programm.
Das diesjährige Leitmotiv „Mad Hope“ dient als thematischer Rahmen für zahlreiche Arbeiten. Der Begriff Hoffnung erscheint in der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Situation vielfach ambivalent: einerseits als notwendige Perspektive in Zeiten globaler Krisen, andererseits als Konzept, das immer wieder instrumentalisiert oder enttäuscht wurde. Das donaufestival nähert sich dieser Spannung aus unterschiedlichen Blickwinkeln und lässt künstlerische Positionen zu Wort kommen, die Hoffnung weniger als Versprechen denn als offenen Denkraum begreifen.
Performances, Ausstellungen und Diskursformate greifen das Thema auf und übersetzen es in unterschiedliche künstlerische Strategien. Der Performancekünstler Anton Kats etwa reflektiert in seiner Arbeit die symbolische Dimension von Hoffnung anhand einer fiktiven Schiffsreise. Die Gruppenausstellung „Hope4Hope“, gestaltet von Studierenden der Universität für angewandte Kunst Wien, untersucht Hoffnung sowohl als politisches Narrativ als auch als mögliche Gegenstrategie zur gesellschaftlichen Resignation.

Auch Kooperationen zwischen verschiedenen Kunstsparten prägen das Programm. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit der Wiener Performancegruppe Liquid Loft mit der experimentellen Rockformation Radian. Ihre gemeinsame Produktion verbindet choreografische Arbeit mit einer klanglich dichten Live-Performance und zählt zu den prominentesten österreichischen Beiträgen des Festivals.
Überhaupt bleibt die heimische Szene im Programm deutlich präsent. Das neu formierte Improvisations- und Elektronikkollektiv Exit Void, an dem unter anderem Anja Plaschg beteiligt ist, steht für eine experimentelle, kollektiv gedachte Klangpraxis. Auch in anderen Programmbereichen finden sich österreichische Perspektiven – sei es in Form von Kooperationen, Uraufführungen oder interdisziplinären Projekten.

Einen großen Raum nimmt traditionell das Musikprogramm ein, das stilistisch weit gespannt ist. Zwischen experimenteller Elektronik, Noise, Jazz, Hip-Hop und Indie-Rock treffen sehr unterschiedliche Ansätze aufeinander. Künstlerinnen und Künstler wie Peaches, Oneohtrix Point Never oder Marie Davidson stehen für verschiedene Spielarten zeitgenössischer Club- und Elektronikmusik. Ergänzt wird das Programm durch internationale Acts aus experimentellen Rock-, Improvisations- und Hip-Hop-Kontexten.
Neben Konzerten und Performances umfasst das Festival auch Filmvorführungen, Vorträge und Gesprächsformate. Diese erweitern die künstlerischen Arbeiten um theoretische und gesellschaftliche Perspektiven und greifen zentrale Fragen des Festivals auf: Wie lassen sich in einer von Krisen geprägten Gegenwart neue Formen von Gemeinschaft denken? Und welche Rolle kann Kunst dabei spielen?
So entsteht über die beiden Festivalwochenenden hinweg ein dichtes Programm, das unterschiedliche ästhetische Ansätze und internationale Positionen miteinander in Beziehung setzt. Das donaufestival bleibt damit eine Plattform für künstlerische Experimente, für Austausch zwischen Disziplinen – und für neue Perspektiven auf die Gegenwart.
Das gesamte Programm und Tickets unter https://www.donaufestival.at/
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