Die Gmundener Festwochen präsentieren Pianofortebrass

Ein junges hochtalentiertes Ensemble, dessen Mitglieder keinerlei Berührungsängste zu welchen Musikformen auch immer zeigen, die mit ungemeinem Elan und mit einer immensen Experimentierfreude und Vielseitigkeit an die Sache herangehen und  dabei auch im höchstem Maße zu unterhalten und zu begeistern wissen, um ein genau solches handelt es sich bei Pianofortebrass. Das sich um die Cellistin und Pianistin Anna Lang scharrende Quartett versteht sich meisterhaft darin, auf eine sehr spannende und ungemein vielschichtige Art, Elemente der beiden Musikstile Jazz und Klassik gemeinsam in einem mitreißenden und ungemein facettenreichen  Gesamtsound aufgehen zu lassen. Die nächste Gelegenheit, Pianofortebrass live zu erleben, gibt es am 30. Juli im Rahmen der Festwochen Gmunden im Stadttheater Gmunden.

Nein, das Festhalten an einem traditionellen Sound, ist nicht wirklich das Ding dieser vielversprechenden Truppe. Anna Lang (Cello, Klavier), Mario Rom (Trompete, Flügelhorn), Alois Eberl (Posaune, Akkordeon) und Gernot Haslauer (Bass, Euphonium) zeigen sich in ihrem Tun vielmehr von einer immens offenen Seite. Quasi alle herkömmlichen Definitionen in Fragen der Stilistik außer Kraft setzend, eröffnet sich das Quartett ein weites musikalisches Feld, auf welchem es seine Vorstellungen und Ideen voll zur Entfaltung bringen kann. Was Pianofortebrass meisterhaft betreiben, ist eine erfrischend modern klingende Neudeutung des Begriffs Crossover. Die Klassik wird mit dem Jazz in einem Gesamtsound zusammengeführt, welcher vor allem in einer ungemeinen klanglichen Vielschichtigkeit ihren Ausdruck findet.

Dargebracht mit einer ordentlichen Portion Spielwitz und mit viel Humor erwächst die Musik des Viergespanns, das fast ausschließlich Eigenkompositionen zur Aufführung bringt, im Ganzen zu einem wirklich  fesselnden Hörerlebnis, das schlicht und einfach Spaß macht.  Sich auch genügend Raum für das freie Spiel lassend, gelingt es Lang, Rom, Eberl und Haslauer zudem immer wieder auch mit spontanen Wendungen zu überraschen, was natürlich eine Erhöhung der Spannung zur Folge hat.

Auf was dürfen sich die BesucherInnen gefasst machen? Auf jeden Fall auf ein musikalisches Klangspektakel einer hochtalentierten Formation auf allerhöchstem Niveau. Eine Voraussage darüber zu treffen, in welche Richtung sich der Abend tatsächlich entwickeln wird, ist nicht wirklich möglich, was die Sache aber auch zu einer so spannenden macht. Liebhaber anspruchsvoller und facettenreicher Jazzmusik sollten sich den Konzertabend im Stadttheater Gmunden daher auf keinen Fall entgehen lassen. (mt)

 

http://www.anna-lang-cello-piano.at
http://www.myspace.com/mariorom
http://www.myspace.com/aloiseberl
http://www.festwochen-gmunden.at/FESTIVAL.6.0.html