Das Martin Lubenov Orkestar zu Gast im Porgy

Er ist ein wahrer Meiser seines Faches, ein Musiker, der es wie kaum ein anderer versteht, die verschiedensten musikalischen Welten und Traditionen unter einen Hut zu bringen, dessen Virtuosität an seinem Instrument inzwischen auch in den fernsten Regionen bekannt ist und der nach Jahren immer noch die Gabe besitzt, sich selbst immer wieder neu zu erfinden: der aus Bulgarien stammende und in Österreich lebende Ausnahmeakkordeonist Martin Lubenov. Es sind nicht nur mehr die ausgewiesenen Liebhaber weltmusikalischer Klänge, die der Musiker zu begeistern weiß. Mit seiner Offenheit fast allen musikalischen Strömungen gegenüber vermag er auch die Herzen von Jazz- und sogar Popfans anzusprechen. Nach einer Zeit, in der es etwas ruhiger um den Weltenbummler und Kosmopoliten geworden ist, meldet er sich nun wieder zurück. Und zwar am 20. April im Wiener Porgy & Bess mit seinem famosen und allerorts abgefeierten „Orkestar“.

Es gibt in der Tat nur wenige Musiker, deren Spiel und Klangsprache von einer solch Vielfalt, Brillianz, Dynamik und Eleganz sind, wie es bei Martin Lubenov der Fall ist. Der Akkordeonist zählt zu jener Sorte Musikern, für die traditionelle Begrifflichkeiten absolut keine Bedeutung haben und Grenzen, welcher Natur auch immer, ob nun musikalischer oder nationaler, einfach als Aufforderung angesehen werden, diese zu überschreiten. Seinen Stil an einer einzelnen Kategorie festzumachen, ist quasi unmöglich, zeigt sich dieser an Schattierungen und Nuancen doch einfach zu vielschichtig und undefinierbar. Es ist eine universelle und unverwechselbare Klangsprache, welche er zelebriert und entwirft, eine die allerorts verstanden wird, weist sie doch Elemente und Einflüsse aus den verschiedensten Kulturkreisen auf.

Martin Lubenov ist ein musikalischer Jongleur, der die unterschiedlichen Spielarten und Klangtraditionen gekonnt und gefühlvoll durch die Luft wirft. So treffen in den Stücken des Akkordeonisten die Romamusik des Balkan auf Swing, Soul, Modern Jazz, Tango Nuevo, Salsa und Musette. Vereinigt, entsteht eine ungemein mitreißende Musik, welche feurig und anspruchsvoll zugleich ist. Die zum Tanzen genauso einlädt, wie zum schlichten Genießen. Im „Orkestar“ stehen dem Virtuosen nicht minder begabte Mitmusiker aus Bulgarien und Österreich zur Seite, die es ihrerseits vortrefflich verstehen, die Ideen und Kompositionen des Meisers mit einer ordentlichen Portion Spielwitz weiterzuspinnen und mit zusätzlichem Leben zu erfüllen. Steht diese außergewöhnliche Formation einmal auf der Bühne, beginnt der Saal vor Lebensfreude zu brodeln, sodass dem Publikum meist nichts anderes übrigbleibt, als sich dem musikalischen Ereignis einfach hinzugeben. (mt)

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