DAMN! freiStil-Samplerin #3

Dass das Metier des experimentellen und innovativen Musikmachens längst nicht mehr alleine die Domäne der männlichen Musizierenden ist, genau diesen Umstand will das Magazin freiStil mit „DAMN! freiStil-Samplerin #3“ einmal mehr verdeutlichen. Zu hören sind auf dem nun schon dritten Teil der CD-Reihe zehn in ihrer Art sehr unterschiedliche Klangentwürfe ebenso vieler weiblicher Vertreterinnen des zeitgenössischen Musikschaffens, die in ihrem Tun stets vom Wunsch angetrieben sind, die traditionell eng gesetzten stilistischen Grenzen zu hinterfragen. Und dies auf ihre jeweils individuelle und bewusst eigenwillige Weise. Erhältlich ist die CD bei chmafu nocords.

Formal zwar gleichgestellt, ist es für Frauen in der Gegenwartsmusik immer noch kein leichtes Unterfangen, sich gegen die männliche Dominanz in den verschiedenen musikalischen Sparten zu behaupten. Aber wie sagt man oft so schön: “Der stete Tropfen höhlt den Stein”, und so ist in der Vergangenheit doch etwas in Bewegung geraten. Erfreulicherweise in eine positive Richtung, denn es zeigt sich, dass die Zahl der KünstlerInnen, die sich vor allem in den experimentelleren musikalischen Kontexten gegen auch zum Teil widrige Umstände durchsetzen und einen Namen machen konnten, stark angestiegen ist.

Die Mauern der traditionell eher starr definierten Szenen haben in geschlechterspezifischen Fragen kleine Risse und Brüche bekommen, durch die nun ein frischer kreativer Wind weht, der neue musikalische Sichtweisen, Positionen, Auseinandersetzungen und Perspektiven sucht und zulässt. Dass die Bemühungen trotz aller Entwicklungen noch lange nicht an ihr Ende gelangt sind, ist klar, denn ganz ist das vorurteilsbehaftete und limitierende Denken vergangener Tage noch nicht aus den Köpfen der Leute verschwunden. Es heißt also, weiter intensivst Aufklärungsarbeit zu betreiben.

Und genau eine solche macht auch die inzwischen dritte freiStil-Samplerin, zeigt sie doch deutlich, welch künstlerischer Vielfalt, Innovation und höchster Qualität die Arbeiten der Protagonistinnen der zeitgenössischen Musikformen sind. Mit Stücken auf dieser überaus interessanten Kollektion vertreten sind Liz Allbee, Isabelle Duthoit, Ingrid Eder, Tanja Feichtmair, Elisabeth Harnik, Irene Kepl, Ingrid Laubrock, Ushi Reiter, Ingrid Schmoliner und  Dorothea Schürch. Stilistisch spannt sich der Bogen der zu hörenden musikalischen Darbietungen von der freien Improvisation, über Elektronik und eigenwilligen Rockinterpretationen bis hin zu experimentellen und elektroakustischen Klangversuchen. (mt)

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