Mit ihrem Debütalbum „Neon Mysticism“ (Hideout Records) präsentieren CYBR//TRYB einen spannenden musikalischen Entwurf, der Jazz, Elektronik und Progressive Rock auf eigenständige Weise miteinander verbindet. Das Quartett um den Tiroler Schlagzeuger und Komponisten Raffael Auer verfolgt dabei keinen klassischen Fusion-Ansatz, sondern entwickelt einen Sound, der von Kontrasten und einem ausgeprägten Gespür für Dynamik lebt.
Gemeinsam mit Gitarrist Giuliano Sannicandro, Keyboarder Maximilian Gerstbach und Bassist Vuk Vasilić lotet Auer die Möglichkeiten zwischen strukturierter Komposition und improvisatorischer Offenheit aus. Geradlinige Grooves wechseln sich mit rhythmisch anspruchsvolleren Passagen ab, elektronische Klangflächen treffen auf organisch wirkende Instrumentalarbeit. Die Band versteht es, Spannung über längere Strecken aufzubauen, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Die Stücke entwickeln sich Schritt für Schritt und folgen einer klaren musikalischen Logik.
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Gerade dieser erzählerische Charakter macht einen wesentlichen Reiz des Albums aus. CYBR//TRYB nehmen sich Zeit für ihre Ideen und lassen diese wachsen. Die einzelnen Tracks entfalten sich in unterschiedlichen Intensitäten und Tempi, setzen auf Wiederholung ebenso wie auf überraschende Richtungswechsel und öffnen immer wieder neue musikalische Räume. Trotz der teilweise hohen Komplexität wirkt die Musik nie überladen. Die Übergänge sind fließend, die Entwicklungen nachvollziehbar.
Hinzu kommt eine sehr eigenständige Klangarbeit. Elektronische Elemente werden nicht als Effekt eingesetzt, sondern sind integraler Bestandteil des Gesamtbildes. Immer wieder blitzen Anklänge an Progressive Rock und stellenweise auch an den Artrock der 1970er-Jahre auf, ohne dass die Band in nostalgische Muster verfällt. Stattdessen entsteht ein abwechslungsreiches Album, das durch seine Vielschichtigkeit, seine starke Atmosphäre und seinen gelungenen Spannungsaufbau überzeugt. „Neon Mysticism“ ist ein Werk, das Aufmerksamkeit verlangt, diese aber mit einem durchgehend spannenden und kurzweiligen Hörerlebnis belohnt.
Michael Ternai
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